Traumhaft melancholisch

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bokjente Avatar

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Moosland von Katrin Zipse erzählt die Geschichte von Elsa, einer des Esja Frauen, die 1949 nach einem Aufruf des isländischen Bauernverbandes auf die Insel kamen.
Zunächst zu den äußeren Werten: Das Cover ist wunderbar unaufgeregt gestaltet und vermittelt die traumhafte Atmosphäre eines isländischen Sommertages auf dem Land.
Wunderbar unaufgeregt ist auch der Inhalt dazu, der allerdings im Kontrast zu der äußerlichen Idylle des Buches steht.
Auf den knapp 225 Seiten passiert eigentlich nicht viel, Leser*innen die viel Action, ausgeschmücktes Drama oder einen Generationsroman erwarten sind hier falsch. Wie Else selbst, die nach Ankunft auf der Insel quasi aufhört zu sprechen, sind wir selbst eher Beobachter als Teilhaber der Geschehnisse.
Ich bilde mir ein es zu merken, dass Katrin Zipse selbst eine Artist Residency in einem isländischen Küstendorf verbracht hat, so gut schafft sie es die Eindrücke der Landschaft einzufangen.

Es ist natürlich schade, dass einige Detail des Geschichte auch am Ende des Buches unaufgelöst bleiben und so ein fast fragmentarischer Eindruck entsteht. Im Umkehrschluss hat sich daraus für mich jedoch eine Gewisse Faszination mit dem Schicksal der behandelten Personen ergeben und auch nach Beenden des Buches ertappe ich mich bei dem Versuch mir selbst die Lücken der Erzählung zu ergänzen.

Insgesamt finde ich das Buch mehr als gelungen. Zipses Sprache fügt sich gut in die im Buch beschriebenen harten Tage auf dem Lande dieser für Elsa fremden Insel ein und schafft eine ganz besondere Lesestimmung.