Schottland-Cosy-Crime-Hörbuch

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Ein Schottland-Cosy-Crime-Hörbuch ist doch eine schöne Sache für zwischendurch, erst recht, wenn Sandrine Mittelstädt es liest. Worum geht’s?

Melody verliert mit einer vorgeschobenen Begründung ihren Job, was aber insofern untragisch ist, als ihre Tante Mabel Melody ihr Bed & Breakfast vermacht. Hätte sie den Job nicht verloren, hätte sie wohl niemand aus London loseisen können, aber so packt sie ihre Koffer und macht sich auf den Weg nach Schottland – in der festen Absicht, das B&B zu verkaufen. Vor Ort stellt sie fest, dass es dort doch ganz hübsch ist und ihre Tante keinen Unfall gehabt haben kann: Ihr Ehrgeiz ist geweckt, zumal es da ja noch ihren Kindheitsfreund Dean gibt und eine Bulldogge namens Cheddar …

Gut, da klar war, dass es um Cosy Crime geht, war fingerknabbernde Spannung nicht zu erwarten, zumal hier offenbar eine Reihe startet und deshalb auch einiges an Erzählzeit in die Figureneinführung usw. geht. Und ja, die Handlung kommt „vom Reißbrett“ für Feelgood-Lektüre: Heldin kommt in eine Krise, durch einen glücklichen Zufall bekommt sie eine Alternative vor die Flinte und alles fügt sich. Aber das kann man dem Buch nicht vorwerfen, wenn man (bewusst) dazu greift. Fraglich ist ja nur, ob die Geschichte gut erzählt ist, und da fällt das Urteil gemischt aus: Die Krimihandlung passt zu einem Cosy Crime, Melody, Mabel und vor allem Cheddar sind sympathische Figuren. Man kommt schnell in die Handlung – und nach dem Hören auch schnell wieder raus (will sagen, „vergisst“ die Geschichte). Der Erzählstil ist eher einfach, was bei einem (nebenbei gehörten) Hörbuch nicht weiter stört. Sandrine Mittelstädts Stimme ist angenehm und passt gut zur Geschichte. Für ein Buch wäre mir das vermutlich „zu dünn“, als Hörbuch geht es sich aus und bekommt 3,5 Sterne (besser als die „Mörderarchiv“-Reihe, an die mich das mit Mabel schon sehr erinnerte). Die werden (dieses Mal) abgerundet, weil Luft nach oben bleibt und es letztlich ein Hörbuch ist, bei dem jede(r) selbst entscheiden sollte, ob das Hören lohnt. Von mir bekommt Melody bei Band 2 jedenfalls noch mal eine Chance.