Mörderisch gut?
Mörderisch gut?
“Don’t buy a book by it’s cover” ist ein kluger Wahlspruch, wenn auch nicht immer zutreffend. Das vorliegende Buch „Mord im Nacktschneckenmilieu“ hat jetzt kein so überwältigendes Cover, dafür aber diesen interessanten Titel plus Untertitel: „Mysteriöse Kriminalfälle in deinem Garten“. Das macht doch neugierig, oder?
Und so geht es in diesem Buch, konsequent: Erst wird die „Tat“ geschildert, ob etwas zerstört ist (Erstes Großkapitel: Einbruch und Vandalismus), ob etwas fehlt (Zweites Großkapitel: Raub und Diebstahl) oder eben ob es Leichen gibt (Drittes Großkapitel: Mord und Totschlag).
Jede Tat wird akribisch kriminalistisch aufgearbeitet: Die Tat wird beschrieben, Indizien werden gesammelt und „Zeugen“ wurden befragt und haben etwas gesehen oder gehört, das füllt die erste Doppelseite. Danach werden mit Bild 4 Verdächtige vorgestellt, wobei hier schon schnell der eine oder andere sofort aus dem Raster fällt, weil der Faktencheck oder die Täterbeschreibung gar nicht passen. Damit ist die zweite Doppelseite voll. Zum Schluss, dritte Doppelseite, wird dann der Täter präsentiert und detailliert erläutert, was er warum macht. Zum Schluss auf dieser Doppelseite gibt es noch Tipps für die Gartengestaltung unter Berücksichtigung des Täters, sozusagen die Prävention.
Das ist mal ein ganz anderer Ansatz als andere Gartenratgeber, die dir sagen, wie du Schnecken usw. los wirst. Doch leider wiederholt sich das in jedem einzelnen Fall, wieder und wieder und wieder, 20 Fälle lang und das ist wirklich lang. Hin und wieder wird der Text mal durch ein Highlight aufgelockert: die verdächtige Schnecke hat ein Alibi, weil sie zur Tatzeit gerade den Salat gefressen hat, aber das hat Seltenheitswert. Auch dass schon auf den ersten Blick mindestens zwei Tatverdächtige von vornherein ausgeschlossen werden könnten, macht die Lektüre nicht spannender. Offenbar gibt es gar nicht so viele Möglichkeiten, welches Tier, welche Pflanze da zugeschlagen hat.
Interessant sind die drei eingeschobenen Kapitel über „kriminelle Banden“ – Schnecken in Kapitel 1 beim Vandalismus, Wollweber in Kapitel 2 beim Raub und Ameisen in Kapitel 3 beim Mord.
Meine Empfehlung: ein nettes Buch zum Verschenken an einen Gartenfreund, aber wirklich nützlich und dauerhaft unterhaltsam ist es nicht. 3 Sterne.
“Don’t buy a book by it’s cover” ist ein kluger Wahlspruch, wenn auch nicht immer zutreffend. Das vorliegende Buch „Mord im Nacktschneckenmilieu“ hat jetzt kein so überwältigendes Cover, dafür aber diesen interessanten Titel plus Untertitel: „Mysteriöse Kriminalfälle in deinem Garten“. Das macht doch neugierig, oder?
Und so geht es in diesem Buch, konsequent: Erst wird die „Tat“ geschildert, ob etwas zerstört ist (Erstes Großkapitel: Einbruch und Vandalismus), ob etwas fehlt (Zweites Großkapitel: Raub und Diebstahl) oder eben ob es Leichen gibt (Drittes Großkapitel: Mord und Totschlag).
Jede Tat wird akribisch kriminalistisch aufgearbeitet: Die Tat wird beschrieben, Indizien werden gesammelt und „Zeugen“ wurden befragt und haben etwas gesehen oder gehört, das füllt die erste Doppelseite. Danach werden mit Bild 4 Verdächtige vorgestellt, wobei hier schon schnell der eine oder andere sofort aus dem Raster fällt, weil der Faktencheck oder die Täterbeschreibung gar nicht passen. Damit ist die zweite Doppelseite voll. Zum Schluss, dritte Doppelseite, wird dann der Täter präsentiert und detailliert erläutert, was er warum macht. Zum Schluss auf dieser Doppelseite gibt es noch Tipps für die Gartengestaltung unter Berücksichtigung des Täters, sozusagen die Prävention.
Das ist mal ein ganz anderer Ansatz als andere Gartenratgeber, die dir sagen, wie du Schnecken usw. los wirst. Doch leider wiederholt sich das in jedem einzelnen Fall, wieder und wieder und wieder, 20 Fälle lang und das ist wirklich lang. Hin und wieder wird der Text mal durch ein Highlight aufgelockert: die verdächtige Schnecke hat ein Alibi, weil sie zur Tatzeit gerade den Salat gefressen hat, aber das hat Seltenheitswert. Auch dass schon auf den ersten Blick mindestens zwei Tatverdächtige von vornherein ausgeschlossen werden könnten, macht die Lektüre nicht spannender. Offenbar gibt es gar nicht so viele Möglichkeiten, welches Tier, welche Pflanze da zugeschlagen hat.
Interessant sind die drei eingeschobenen Kapitel über „kriminelle Banden“ – Schnecken in Kapitel 1 beim Vandalismus, Wollweber in Kapitel 2 beim Raub und Ameisen in Kapitel 3 beim Mord.
Meine Empfehlung: ein nettes Buch zum Verschenken an einen Gartenfreund, aber wirklich nützlich und dauerhaft unterhaltsam ist es nicht. 3 Sterne.