Skurril und clever
Schon allein der Titel „Mord im Nacktschnecken-Milieu“ hat mich neugierig gemacht, ich meine, wie oft liest man sowas? Ich wusste nicht genau, was mich erwartet, aber ich wurde positiv überrascht: Es ist ein Krimi, ja, aber einer, der sich nicht an gängige Muster hält. Statt harter Ermittler, düsterer Motive und blutiger Szenen bekommt man hier eine charmant-absurde Geschichte voller Wortwitz, schräger Figuren und liebevoller Details. Die Welt, in der der Fall spielt, ist irgendwie anders. Fast märchenhaft, aber nicht kitschig. Es gibt sprechende Tiere, verschrobene Persönlichkeiten, eine ganz eigene Logik, und trotzdem bleibt die Geschichte nachvollziehbar. Die Autorin hat ein gutes Gespür dafür, Spannung mit Humor zu verbinden, ohne dass es albern wird. Die Figuren mochte ich besonders. Sie sind nicht überzeichnet, sondern einfach eigen. Man hat das Gefühl, sie könnten wirklich irgendwo in einem entlegenen Teil des Gartens leben und philosophieren. Dabei kommen auch ernstere Themen durch: Natur, Zusammenleben, Außenseitertum. Alles wird leicht, aber nicht oberflächlich verpackt. Ein Stern Abzug, weil es zwischendurch Längen gab. Manche Szenen ziehen sich ein wenig oder verlieren sich zu sehr in Spielereien. Auch die Handlung selbst ist manchmal eher Mittel zum Zweck. Wer einen klassischen Krimi erwartet, wird vielleicht verwirrt sein. Aber wer Lust hat auf etwas völlig Anderes, das trotzdem warmherzig, klug und unterhaltsam ist, sollte diesem Buch eine Chance geben. Es ist witzig, schräg und voller Fantasie, und bleibt im Kopf, weil es so mutig seinen eigenen Weg geht. Vier Sterne mit einem breiten Lächeln.