Wenn die Filmkulisse zum Tatort wird

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Mit "Mord in Notting Hill" hat May Wellington einen herrlich unkonventionellen Kriminalroman vorgelegt, der eher an eine Mischung aus Cosy Crime und Satire erinnert. Die Idee, die realen Dreharbeiten der Kult-Komödie aus dem Jahr 1999 als Bühne für eine Reihe skurriler Attentate auf Hugh Grant zu nutzen, ist regelrecht genial. Julia Roberts avanciert dabei zur resoluten Lebensretterin und der fiktive Ex-Cop Rick versucht als leidgeprüfter Bodyguard, das Chaos zu bändigen - Parodie pur.

Wer den typisch britischen Humor mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Dialoge sind witzig und die ironischen Spitzen gegen das Star-Dasein machen das Buch zu einem Lesevergnügen - nicht nur für Filmfans.

Der filmische Bezug ist allerdings Fluch und Segen zugleich: Der Roman wirkt in weiten Teilen eher wie ein rasant geschriebenes Drehbuch als ein klassischer Krimi. Zudem ist das Buch mit "nur" 220 Seiten eher kompakt, wodurch die klassische Ermittlungsarbeit und das Miträtseln etwas zu kurz kommen. Die Figuren geraten dabei etwas zu flach und auch das Motiv hinter den Attentaten wirkt ein wenig konstruiert.

Fazit: Mord in Notting Hill ist kein hochkomplexer Thriller, aber das will das Buch auch gar nicht sein. Als charmante, humorvolle Satire auf das Filmgeschäft und als Wohlfühl-Krimi für zwischendurch taugt das Buch allemal. Und wer sich auf das temporeiche, drehbuchartige Erzählformat einlässt, bekommt einen wunderbar amüsanten Nostalgie-Trip nach "Notting Hill" geboten, der trotz kleinerer erzählerischer Schwächen schlichtweg Spaß macht.