Eine Leiche, ein Horrorkürbis und jede Menge Inselchaos
Schon der Einstieg hat mich zum Lachen gebracht. Wenn eine Geschichte damit beginnt, dass Liliane im Horrorkürbis-Kostüm bei einer Strafverteidigerin sitzt und erklären muss, warum sie neben einer Leiche aufgewacht ist, weiß man eigentlich sofort, worauf man sich einlässt.
Besonders gut gefällt mir der Humor zwischen Liliane und Vicky. Die beiden können offenbar wunderbar miteinander, solange sie sich nicht gerade gegenseitig auf die Nerven gehen. Ihre kleinen Spitzen und Wortgefechte machen die Geschichte für mich sehr lebendig. Vor allem Lilianes trockene Art trifft genau meinen Humor.
Gleichzeitig macht der Einstieg natürlich neugierig. Man weiß bereits, wo die Geschichte enden wird – nämlich mit einer Leiche – und springt anschließend sechs Wochen zurück. Dadurch möchte ich beim Lesen die ganze Zeit herausfinden, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Auch das Inselsetting gefällt mir. Eine fast fertige Frittenbude, eine ziemlich eigenwillige Inselgemeinschaft, Kürbisse, ein Boßelturnier und dann noch ein reicher Erbe, der offenbar ordentlich Unruhe nach Lüttesand bringt – das klingt nach einer wunderbar chaotischen Mischung.
Schön finde ich außerdem, dass der Kriminalfall nicht alles andere verdrängt. Die Beziehung der Cousinen, ihre Frittenbude und natürlich auch die Männer in ihrem Leben spielen weiterhin eine Rolle. Dadurch wirkt die Geschichte leicht und unterhaltsam, obwohl am Ende jemand nicht mehr ganz so lebendig sein wird.
Nach der Leseprobe möchte ich unbedingt wissen, wer die Leiche neben Liliane ist, wie sie dort gelandet ist und warum Vicky so unglaublich sauer auf ihre Cousine ist.
Vor allem aber möchte ich noch mehr von diesem herrlich absurden Inselchaos lesen. Ein Cosy Crime muss für mich nicht blutig und düster sein, um spannend zu werden – manchmal reichen offenbar eine Leiche, zwei Cousinen und sehr viele Kürbisse.