Kürbisse mit Längen
Der erste Band ("Mord in der kleinen Frittenbude am Strand") hatte mir sehr gut gefallen.
Rückblickend glaube ich, lag es an zwei Dingen: Zum einen war es eine klug gekürzte Hörbuchfassung, zum anderen wurde es von der großartigen Sprecherin getragen.
"Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand" ist ein Wälzer mit 380 Seiten. Fast vierhundert Seiten, die erst einmal mit einer munteren, teils spannenden Geschichte gefüllt werden müssen.
So ganz hat das nicht funktioniert. Hesse & Hahn lassen sich etwas zu viel Zeit, bauen Wendungen ein, die das Buch unnötig verlängern.
Dazu kommt, dass Liliane die meiste Zeit des Buches absolut unsympathisch ist. Im ersten Band wurde sie als Möchtegern-High-Society-Girl eingeführt, das auf Lüttesand ihre ländlichen Wurzeln wiederentdeckt.
Im zweiten Band ist sie wie ausgetauscht. Statt ihrer Cousine bei der Renovierung der Frittenbude zu helfen, drückt sie sich wo sie kann und hängt lieber mit dem reichen Emilio und seiner Clique herum. Dass dieser sie beim Boßeln bescheißt, hält sie nicht davon ab, in sein Team zu wechseln, wenn es heißt: Lüttesand gegen die Neureichen im Insel-Duell.
Die Clique zerstört mit dem unbegrenzten Budget ganz schön den Inselfrieden: Ist hier vorher "Eine Hand wäscht die andere" die Devise, werden einfach mit "ich verdopple den Preis" die örtlichen Handwerker abgeworben (gerade die Handwerker, die Liliane und Vicky bei der Renovierung halfen!). Müll wird auf der Insel entsorgt, laute Parties gefeiert.
Als Emilio dann als Leiche neben Liliane auftaucht, ist sie erstmal mordverdächtigt - aber so richtig traurig über den Tod dieses Schnösels ist auf der Insel eigentlich niemand.
Es gibt einige witzige Running-Gags in diesem Buch, oft mit Wurzeln im ersten Band.
Zum einen Manu, die deftige Polizistin, schon bekannt aus dem ersten Band. Strotzt vor Selbstbewusstsein, agiert wie eine Handgranate im Porzellanladen.
Ulla, deren Hochzeitsbusiness im ersten Band vom Mord (also indirekt von Liliane und Vicky) überschattet wurde und somit scheiterte, versucht im zweiten Band mit ziemlich linken Mitteln, die Fertigstellung der Renovierung zu verhindern (somit würde die Erbvoraussetzung nicht erfüllt und die Bude an sie gehen).
Im zweiten Band hat sie ein Seebestattungs-Business, das dank der Unzuverlässigkeit Lilianes auch wankt.
Als das große Boßelturnier kommt, fährt sie zu ihrer vollen Größe auf und startet das Inselevent-Business. Auch hier immer unter dem Damoklesschwert des Scheiterns durch Liliane und Vicky, die ja wieder mitten in einer Mordermittlung stecken.
Ein witziges Detail ist das Wiederauftauchen der beiden "schrägen Autorinnen" im Kleinen Bed and Breakfast, eine Art Cameoauftritt von Hesse und Hahn, um sich live Inspiration für den nächsten Krimi zu holen.
Auf den letzten paar Seiten wird's dann doch noch mal spannend, während es auf den vorigen 300 Seiten eher vor sich hin dümpelte.
Spoiler:
Am Ende wird klar, warum Hesse & Hahn Liliane ins gegnerische Team setzten - das ausgelobte Preisgeld für das Siegerteam würde so in jedem Fall anteilig in die Frittenbude fließen.
Das am Ende nur der Sieger, der die letzte Kugel ins Ziel warf, alleine das Preisgeld einsackt, liest sich wie ein grober Logikfehler - und wird nur halb verziehen, als der Sieger das Geld dann freiwillig gerecht verteilt.
Das Beste an dem Buch ist, dass dort so viel über Kürbisse geschrieben wurde, dass ich selbst Lust bekam und Kürbisbrot und Kürbissuppe machte...
Rückblickend glaube ich, lag es an zwei Dingen: Zum einen war es eine klug gekürzte Hörbuchfassung, zum anderen wurde es von der großartigen Sprecherin getragen.
"Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand" ist ein Wälzer mit 380 Seiten. Fast vierhundert Seiten, die erst einmal mit einer munteren, teils spannenden Geschichte gefüllt werden müssen.
So ganz hat das nicht funktioniert. Hesse & Hahn lassen sich etwas zu viel Zeit, bauen Wendungen ein, die das Buch unnötig verlängern.
Dazu kommt, dass Liliane die meiste Zeit des Buches absolut unsympathisch ist. Im ersten Band wurde sie als Möchtegern-High-Society-Girl eingeführt, das auf Lüttesand ihre ländlichen Wurzeln wiederentdeckt.
Im zweiten Band ist sie wie ausgetauscht. Statt ihrer Cousine bei der Renovierung der Frittenbude zu helfen, drückt sie sich wo sie kann und hängt lieber mit dem reichen Emilio und seiner Clique herum. Dass dieser sie beim Boßeln bescheißt, hält sie nicht davon ab, in sein Team zu wechseln, wenn es heißt: Lüttesand gegen die Neureichen im Insel-Duell.
Die Clique zerstört mit dem unbegrenzten Budget ganz schön den Inselfrieden: Ist hier vorher "Eine Hand wäscht die andere" die Devise, werden einfach mit "ich verdopple den Preis" die örtlichen Handwerker abgeworben (gerade die Handwerker, die Liliane und Vicky bei der Renovierung halfen!). Müll wird auf der Insel entsorgt, laute Parties gefeiert.
Als Emilio dann als Leiche neben Liliane auftaucht, ist sie erstmal mordverdächtigt - aber so richtig traurig über den Tod dieses Schnösels ist auf der Insel eigentlich niemand.
Es gibt einige witzige Running-Gags in diesem Buch, oft mit Wurzeln im ersten Band.
Zum einen Manu, die deftige Polizistin, schon bekannt aus dem ersten Band. Strotzt vor Selbstbewusstsein, agiert wie eine Handgranate im Porzellanladen.
Ulla, deren Hochzeitsbusiness im ersten Band vom Mord (also indirekt von Liliane und Vicky) überschattet wurde und somit scheiterte, versucht im zweiten Band mit ziemlich linken Mitteln, die Fertigstellung der Renovierung zu verhindern (somit würde die Erbvoraussetzung nicht erfüllt und die Bude an sie gehen).
Im zweiten Band hat sie ein Seebestattungs-Business, das dank der Unzuverlässigkeit Lilianes auch wankt.
Als das große Boßelturnier kommt, fährt sie zu ihrer vollen Größe auf und startet das Inselevent-Business. Auch hier immer unter dem Damoklesschwert des Scheiterns durch Liliane und Vicky, die ja wieder mitten in einer Mordermittlung stecken.
Ein witziges Detail ist das Wiederauftauchen der beiden "schrägen Autorinnen" im Kleinen Bed and Breakfast, eine Art Cameoauftritt von Hesse und Hahn, um sich live Inspiration für den nächsten Krimi zu holen.
Auf den letzten paar Seiten wird's dann doch noch mal spannend, während es auf den vorigen 300 Seiten eher vor sich hin dümpelte.
Spoiler:
Am Ende wird klar, warum Hesse & Hahn Liliane ins gegnerische Team setzten - das ausgelobte Preisgeld für das Siegerteam würde so in jedem Fall anteilig in die Frittenbude fließen.
Das am Ende nur der Sieger, der die letzte Kugel ins Ziel warf, alleine das Preisgeld einsackt, liest sich wie ein grober Logikfehler - und wird nur halb verziehen, als der Sieger das Geld dann freiwillig gerecht verteilt.
Das Beste an dem Buch ist, dass dort so viel über Kürbisse geschrieben wurde, dass ich selbst Lust bekam und Kürbisbrot und Kürbissuppe machte...