Turbulente Ereignisse in der kleinen Inselgemeinschaft

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luckylucy Avatar

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„Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand“ ist bereits der zweite Cosy Crime Roman um die beiden Cousinen Liliane und Vicky und ihre renovierungsbedürftige Frittenbude auf der Insel Lüttesand. Wer – wie ich – den ersten Band der Reihe nicht kennt, kann trotzdem problemlos ins Geschehen einsteigen.
Das hübsche Cover erweckt den Anschein eines cosy Herbstromans am Meer und passt damit nicht auf ganzer Linie zum Inhalt des Buches. Denn zwischen kräftezerrendem Renovierungsstress, Boßeltraining und jeder Menge Kürbisse, findet sich Liliane plötzlich neben einer Leiche wieder. Dazu ist auch zwischen den Cousinen plötzlich dicke Luft: die angespannte Finanzlage und die ablaufende Renovierungsfrist für die Ruine der Frittenbude schlagen dem Kölner Partygirl Liliane und der pflichtbewussten Esoterikerin Vicky ziemlich aufs Gemüt. Die Liebe trägt ihr Übriges zum Chaos bei, denn Astronom Connor geht zunehmend auf Distanz zu Liliane, die ihre Zeit lieber mit Partyeskapaden in Gesellschaft einiger Londoner Gäste verbringt und Vicky wird unerwartet mit der Noch-Ehefrau ihres Angebeteten Enno konfrontiert, die um ihr nicht kampflos das Feld überlassen will.
Der Schreibstil des Autorenduo Hesse und Hahn lässt sich wirklich angenehm flüssig lesen und vor allem die kleine Inselgemeinschaft ist sehr bildhaft und interessant beschrieben. Dabei wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonistinnen in Ich-Form erzählt. Trotzdem ist der Roman für mich kein Pageturner, denn in dem ganzen Trubel rund um die eigenwilligen Figuren gehen der eigentliche Mordfall und damit verbunden auch die Spannung ziemlich unter. Immerhin vergehen auch erst einmal 180 Seiten ehe die Leiche auftaucht – eine echte Geduldsprobe also. So richtig im Fokus stehen die Mordermittlungen auch dann nicht, ergänzen aber den Inseltrubel und die Liebeswirren sehr angenehm.
Die Inselbewohner sind ein ziemlich skurriles aber liebenswertes Grüppchen, das sich gegenseitig unterstützt teilweise allerdings auch Intrigen spinnt. Die Besucher aus London wirken auf der Insel recht exotisch und ein wenig arrogant. Ausnahmen gibt es dabei jedoch auch. Sehr verschieden sind die beiden Protagonisten. Yogalehrerin Vicky ist ziemlich spirituell angehaucht und sehr pflichtbewusst. Dabei ist sie stets für ihre Freunde und Mitmenschen da, denn Zusammenhalt ist ihr sehr wichtig. Ihre aufkommenden Gefühle für den Polizisten Enno erhalten durch das Auftauchen der (Noch-)Ehefrau einen Dämpfer. Liliane wirkt trotz ihrer Arbeit als Paartherapeutin und ihres Studiums der Psychologie oftmals wie ein pubertärer Teenager. Sie feiert gern, hat einen Faible für Designerkleidung und zieht ihr persönliches Vergnügen den unerquicklichen Pflichten vor. Für eine Paartherapeutin hegt Liliane eine ziemlich ablehnende Haltung der Liebe gegenüber. Allerdings öffnen die Vorfälle auf der Insel ihr in mehrfacher Hinsicht die Augen. Über die Sympathie zu den Protagonistinnen, können die Meinungen durchaus auseinander gehen.
Obwohl der Roman mich persönlich nicht gänzlich überzeugen konnte, ist „Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand“ ein unterhaltsamer Küstenroman für zwischendurch mit stimmig integrierten Herbst- und Crimevibes.