Don’t judge a book by its cover

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
dannylovesreading Avatar

Von

Lilli Pabst ist das Pseudonym einer Berliner Psychologin. Unter diesem Namen hat sie ihren ersten Kriminalroman „Mordscoach“ im November 2024 bei Ullstein veröffentlicht. Das Cover erinnerte mich sofort an die „Achtsam Morden“-Reihe von Karsten Dusse, was meine Erwartungen an den Inhalt in eine andere Richtung lenkte. Wieder einmal wurde mir klar, dass man ein Buch nicht nach seinem Cover bewerten sollte.

Zum Inhalt: Eines Tages sitzt der Psychologin Sophie Stach in ihrer Praxis eine neue Patientin gegenüber. Das Erstgespräch verläuft zunächst unspektakulär, doch beim Verabschieden enthüllt die Frau, dass sie die Geliebte von Sophies Mann ist. Halb im Affekt, halb durch einen Unfall, tötet Sophie die junge Frau und lässt die Leiche verschwinden.

Sophie vertuscht ihre Tat und übernimmt keine Verantwortung dafür. Stattdessen schildert sie ihre Eifersucht und die Umstände, die zu ihrer Handlung führten. Im Verlauf des Buches wurde mir die Protagonistin jedoch immer unsympathischer. Zwar erklärt sie ihre Taten aus psychologischer Sicht – was zu ihrer beruflichen Rolle passt – doch auch das Wissen über die psychologischen Hintergründe lässt die Tat nicht ungeschehen.

Das plötzliche Ende des Romans, das ohne wirkliche Auflösung auskommt, gefällt mir nicht. Es wirkt, als würde hier bereits ein zweiter Teil vorbereitet werden, was ich als unbefriedigend empfinde.

Wegen der Covergestaltung habe ich das Buch gedanklich immer wieder mit den Kriminalromanen von Karsten Dusse verglichen. Leider hält „Mordscoach“ diesem Vergleich nicht stand.

Der Schreibstil von Lilli Pabst ist flüssig und angenehm zu lesen. Dennoch gibt es Schwächen im Lektorat: Gelegentlich wurden die Namen der handelnden Personen vertauscht oder – wie im Klappentext – komplett verändert, was den Lesefluss stört.

Fazit: „Mordscoach“ hat interessante Ansätze, bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück. Wer ein Buch à la „Achtsam Morden“ erwartet, könnte enttäuscht sein. Der Kriminalroman biete zwar Unterhaltung, leidet aber unter unsympathischen Figuren und einem unbefriedigenden Ende. Daher 3,5 Sterne.