Spannender Coming-of-Age-Roman mit Krimielementen

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thomsen_ Avatar

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Kirsty Lockwood steigt mit einer Szene ein, die sofort Fragen aufwirft. Ein junges Mädchen wird blutverschmiert und in Handschellen auf eine Polizeiwache gebracht. In den Medien gilt sie bereits als das „meistgehasste Mädchen Großbritanniens“. Danach springt die Handlung vierzehn Monate zurück und begleitet Odette nach der Beerdigung ihrer Mutter. Schon früh entsteht der Eindruck, dass beide Zeitebenen unweigerlich aufeinander zulaufen.
Odette war für mich schnell die spannendste Figur. Sie wirkt unbeholfen und manchmal etwas eigen, gleichzeitig aber offen und herzlich. Nach dem Tod ihrer Mutter versucht sie, sich Schritt für Schritt ein neues Leben aufzubauen. Ihre To-do-Liste : einen Job finden, einen Hausarzt suchen und Freunde finden, wirkt unscheinbar, sagt aber viel darüber aus, wie allein sie eigentlich ist. Gerade diese kleinen Details haben sie für mich glaubwürdig gemacht.
Besonders mochte ich den trockenen Humor, der immer wieder durchscheint. Viele von Odettes Gedanken sind ungewöhnlich und haben mich stellenweise schmunzeln lassen, obwohl die Geschichte insgesamt eher traurig und bedrückend wirkt. Diese Mischung hat für mich sehr gut funktioniert.
Auch der Aufbau hat mir gefallen. Die Szenen auf der Polizeiwache geben nur wenige Antworten, dafür umso mehr Rätsel auf. Gleichzeitig verfolgt man Odettes Neuanfang und fragt sich die ganze Zeit, wie diese junge Frau später an dem Punkt landen konnte, an dem die Geschichte beginnt.
Nach der Leseprobe interessiert mich vor allem der Weg dorthin. Was ist in diesen vierzehn Monaten passiert? Wie konnte sich Odettes Leben so grundlegend verändern? Und steckt hinter dem Mordfall wirklich alles so, wie es zunächst aussieht?
Die Leseprobe hat mich vor allem wegen ihrer ungewöhnlichen Hauptfigur und der gelungenen Verbindung aus Spannung, schwarzem Humor und ernsten Themen überzeugt. Ich möchte auf jeden Fall weiterlesen.