Wenn Einsamkeit in Hass umschlägt.

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fönbo Avatar

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"Most Hated Girl" von Kirsty Lockwood versetzt die Leserin / den Leser mitten in ein extrem düsteres und fesselndes Szenario.

Die Eröffnungsszene im Vernehmungsraum der Polizei baut eine unheimliche, fast greifbare Spannung auf. Odette gilt landesweit als das meistgehasste Mädchen, weil sie einen über achtzigjährigen Mann brutal getötet haben soll. Der krasse Gegensatz zwischen der brutalen Tat und ihrer scheinbar verletzlichen, einsamen Persönlichkeit fasziniert.

Man lernt eine junge Frau kennen, die nach dem Tod ihrer Mutter völlig isoliert in Glasgow lebt. Ihre simple To-do-Liste zeigt auf traurige Weise, wie schutzlos und sozial unerfahren sie eigentlich ist. Als sie dann auf den alten Amos trifft, erwartet man zunächst eine rührende Freundschaftsgeschichte. Doch die düstere Gewissheit über das spätere Blutbad schwebt wie ein Schatten über dieser ersten Begegnung.

Der Schreibstil ist angenehm direkt und transportiert einen wunderbar subtilen, schwarzen Humor. Der geschickte Wechsel zwischen der polizeilichen Gegenwart und Odettes Vergangenheit erzeugt einen enormen Sog. Social Media scheint in der Story eine Rolle als gnadenloser Richter zu spielen, was der Handlung viel Aktualität verleiht.

Lockwood verwehrt der Leserin / dem Leser schnelle Antworten und streut stattdessen psychologisch kluge Rätsel.

Diese Leseprobe ist ein verdammt starker Vorgeschmack auf ein emotional aufwühlendes Thriller-Drama.