Digitaler Pranger
Als die neunzehnjährige Odette den über achtzigjährigen Amos kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden eine ungewöhnliche Freundschaft. Gemeinsam werden sie mit einem Social Media Kanal bekannt, bis Odette Amos eines Tages vor laufender Kamera ermordet. Während das Internet sein Urteil über die junge Frau längst gefällt hat, bleibt die Frage, wer Amos tatsächlich war und ob Odette wirklich das Monster ist, für das man sie hält.
Kirsty Lockwoods Debüt weckte bei mir hohe Erwartungen, versprach es doch nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern auch eine Auseinandersetzung mit digitaler Öffentlichkeit und vorschnellen Zuschreibungen. Diese Erwartungen werden weitgehend erfüllt. Besonders gelungen ist, wie der Roman die Macht medialer Bilder hinterfragt und die vermeintliche Gewissheit seiner Leser immer wieder ins Wanken bringt. Zwar verliert die Handlung gelegentlich an Stringenz, insgesamt überzeugt der Roman jedoch durch seine gesellschaftliche Relevanz und psychologische Vielschichtigkeit.
Kirsty Lockwoods Debüt weckte bei mir hohe Erwartungen, versprach es doch nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern auch eine Auseinandersetzung mit digitaler Öffentlichkeit und vorschnellen Zuschreibungen. Diese Erwartungen werden weitgehend erfüllt. Besonders gelungen ist, wie der Roman die Macht medialer Bilder hinterfragt und die vermeintliche Gewissheit seiner Leser immer wieder ins Wanken bringt. Zwar verliert die Handlung gelegentlich an Stringenz, insgesamt überzeugt der Roman jedoch durch seine gesellschaftliche Relevanz und psychologische Vielschichtigkeit.