Ein beeindruckend starkes und hochaktuelles Debüt

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anniii Avatar

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„Most Hated Girl“ ist das Debüt von Kirsty Lockwood und hat mich vor allem durch seine psychologische und gesellschaftliche Ebene beeindruckt.

Im Mittelpunkt steht die 19-jährige Odette, die nach einer schwierigen Kindheit und dem Tod ihrer Mutter weitgehend auf sich allein gestellt ist. Ich mochte sie als Protagonistin sehr gerne und konnte mich überraschend gut in ihre Gedanken und Reaktionen hineinversetzen. Gerade ihre Unsicherheiten im sozialen Umgang machen sie für mich zu einer sehr greifbaren und interessanten Figur.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Während wir in der Gegenwart die Ermittlungen verfolgen, erfahren wir in den Kapiteln der Vergangenheit nach und nach, wie Odette Amos kennenlernte und wie es zu den Ereignissen kam. Die Wechsel sind klar gestaltet und haben meinen Lesefluss überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, dadurch setzt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen und es entsteht eine immer größere Spannung.

Besonders gelungen finde ich die Aktualität der behandelten Themen. Social Media, öffentliche Vorverurteilung und die Dynamik innerhalb einer Online-Bubble spielen ebenso eine Rolle wie psychischer und emotionaler Missbrauch. Das Buch zeigt teilweise schonungslos, welche Abgründe sich hinter Menschen und Beziehungen verbergen können.

Kirsty Lockwoods Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Für ein Debüt im Bereich des psychologischen Thrillers empfinde ich das Buch als ausgesprochen stark. Wer einen klassischen, actionreichen Thriller erwartet, sollte wissen, dass der Fokus für mich deutlich stärker auf der psychologischen und emotionalen Ebene liegt. Genau das hat mir allerdings besonders gut gefallen.

Ein moderner und teilweise erschreckender psychologischer Thriller, der wichtige Themen aufgreift und mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.