einfühlsames Debüt

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momi20 Avatar

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Dies ist der erste Roman von der Autorin Kirsty Lockwood und sie hat mich wirklich damit beeindruckt.
Die Geschichte spielt in Glasgow und es geht um Odette, die 19 Jahre alt ist und gerade ihre Mutter verloren hat. Sie ist sehr einsam, da sie keine Freunde hat, keinen Job und auch eine schwere Kindheit hatte. Ihre Mutter war nicht immer für sie da und hat sie immer vor allem gewarnt, so dass Odette sich auch jetzt gar nichts zutraut und etwas weltfremd erscheint.
Sie ist noch wie ein kleines Kind, das vieles erlernen muss, aber sie probiert auch gerne alles Mögliche aus und möchte immer alles richtig machen. Sie fährt oft in die Bibliothek, da sie sehr wissbegierig ist und alles in sich aufsaugt.
Eines Tages lernt sie in einem Museum den 80-jährigen Amos kennen, der sich anscheinend auch einsam fühlt. Es beginnt eine langsame Freundschaft, von der man denkt „wie schön, da haben sich zwei einsame Menschen gefunden und können sich gut ergänzen“. Amos war früher ein angesehener Psychologe, der aber von seiner Frau getrennt lebt und keinen Kontakt mehr zu seinen Zwillingskindern hat. Die Gründe hierüber bleiben erstmal im Verborgenen.
Nachdem dieses ungleiche Freundschaftspaar mit selbst erstellen Videos auf „TikTok“ viral geht, hat Odette das erste Mal im Leben einen richtigen Erfolg. Sie hat ja keinen Job und muss sich regelmäßig im Jobcenter vorstellen. Ihre Beraterin Toni ist ihr mittlerweile so vertraut, dass sie sie als Freundin bezeichnet.
Die Charaktere der Hauptfiguren konnte ich mir sehr gut vorstellen. Mit Odette habe ich natürlich besonders mitgefühlt, da sie trotz allem, was sie erlebt hatte, ein positiver Mensch war, der es möglichst allen recht machen wollte. Sie fühlte sich schnell schuldig, wenn mal die Stimmung kippte.
Auch der Charakter von Amos ist so dargestellt, dass ich mir auch diese Person fast bildlich vorstellen konnte.
Besonders gut hat mir der leise, unaufgeregte Schreibstil gefallen und das bei der nicht so leichten Lektüre, die doch sehr tiefgründig und vielschichtig war. Die Geschichte passt so gut in die heutige Zeit und hat mich nachdenklich und wütend gleichzeitig gemacht. Die Autorin schaffte es aber auch, mich richtig in die Geschichte hineinzuziehen. Ich fand es letztendlich genauso spannend wie einen psychologischen Thriller und wollte unbedingt wissen, was weiterhin passiert.
Der Wechsel der Kapitel hat mir auch gut gefallen. Wenn das Kapitel „Jetzt“ hieß, war Odette schon festgenommen und es ging darum, sie zu vernehmen. Wir haben dann die Mitarbeiter der Wache kennen gelernt und wie sie mit dem Fall umgegangen sind. Bei den anderen Kapiteln „Zuvor“ wurde rückblickend die ganze Geschichte erzählt, bis der Leser zum Schluss alles erfährt.
Fazit:
Sehr empfehlenswert, da die Geschichte so gut in unsere heutige Zeit passt, aber noch so viel mehr ist. Sie wird mir auf alle Fälle noch lange im Gedächtnis bleiben.