Spannend, psychologisch und erschreckend glaubwürdig

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zippi Avatar

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Odette sitzt blutverschmiert in einem Verhörraum und schweigt. Während die Medien und das Internet längst ihr Urteil gefällt haben, versucht die Polizei herauszufinden, was wirklich passiert ist. In Rückblenden erfahren wir nach und nach, wie es zu den Ereignissen kommen konnte.

Kirsty Lockwood erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, die geschickt miteinander verwoben sind. Dadurch entsteht von Beginn an eine hohe Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Nach und nach setzt sich das Gesamtbild zusammen, ohne dass die Autorin zu früh zu viel verrät.

Besonders überzeugt hat mich die psychologische Ebene des Romans. Die Figuren wirken glaubwürdig, ihre Handlungen nachvollziehbar und die zwischenmenschlichen Dynamiken werden eindrucksvoll dargestellt. Gerade die Entwicklung der Beziehungen und die Frage, wie Menschen in schwierige Situationen geraten können, stehen dabei im Mittelpunkt.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und sehr gut lesbar. Die Kapitel haben eine gute Länge, die Perspektivwechsel sorgen für Abwechslung und die Handlung bleibt durchgehend interessant.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich, dass ich einige Entwicklungen recht früh erahnen konnte. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass bestimmte Themen, die im Klappentext angekündigt werden, noch etwas mehr Raum bekommen hätten.

Das Ende konnte mich dennoch überzeugen. Einige Zusammenhänge werden erst spät aufgelöst, und die Autorin schafft es, die Geschichte schlüssig und nachvollziehbar zu Ende zu führen. Besonders die Verknüpfung verschiedener Figuren und Handlungsstränge war gut durchdacht.

Most Hated Girl ist ein spannender, psychologisch geprägter Thriller, der wichtige Themen aufgreift und dabei unterhaltsam bleibt. Eine klare Leseempfehlung für alle, die eher leise, psychologische Spannung als blutige Action suchen.

4,5 von 5 Sternen.