Starkes Debüt
Ein absolut starkes Debüt, hochaktuell und psychologisch tiefgründig. „Most Hated Girl“ von Kirsty Lockwood lässt keine Sekunde lang Langeweile aufkommen.
Die Handlung spielt in einem Vorort von Glasgow. Die neunzehnjährige Odette hat gerade ihre Mutter verloren und steht nun allein und ohne Job da. Sie pflegt kaum soziale Kontakte, lebt eher zurückgezogen. Sie hat nie gelernt auf Menschen zuzugehen. So bezeichnet sie auch die Mitarbeiterin im Job-Center als ihre Freundin. Sie lernt den über achtzigjährigen Amos kennen und befreundet sich mir ihm. Er eröffnet ihr eine neue Welt, u.a. schenkt er ihr auch ein Handy. Und so starten beide einen Kanal in den sozialen Medien, der überraschend einschlägt und schnell Follower findet. Nun postet Odette regelmäßig Bilder und Videos um ihre Anhängerschaft bei Laune zu halten. Dann geschieht das Unglaubliche: Odette ermordet Amos während eines Livestreams. Doch in der Vernehmung schweigt sie sich aus. Wer war dieser Amos wirklich? Wie kam es zu dieser Extremsituation?
Ein absolut faszinierender Thriller, der mich atemlos und mit Gänsehaut zurückgelassen hat. Kirsty Lockwood schreibt sehr fesselnd, eindringlich und authentisch. In zwei Zeitebenen zieht sie die Leser in die Geschichte. Ich mochte die Protagonistin. Odette ist eine introvertierte junge Frau aus der Unterschicht. Sie hatte im Leben nie eine Chance und nun eröffnet ihr Amos eine neue Welt. Zwischen den beiden läuft es auch anfangs auch richtig gut. Dann schlägt das Klima um.
Die Autorin zeigt Schritt für Schritt auf, wie die Dynamik zwischen Odette und Amos wirklich beschaffen war. Es geht in diesem Thriller nicht zuletzt um eine toxische Beziehung, um gesellschaftliche Wertungen, um den Hass und Shitstorm in den sozialen Medien und den Zwang immer präsent zu sein.
Fazit: Für alle die Nervenkitzel lieben. „Most Hated Girl“ ist ein spannender Thriller mit starker Sogwirkung.