Überraschend

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huebi Avatar

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„Hab keine Angst davor, zu wachsen, Odette. Bemitleidenswerte Männer und Frauen verharren im Stillstand. Aber der Alltag ist nicht dein Freund. Gewohnheit ist kein Trost, sondern vielmehr der Ort, an dem sich alles zum Sterben zurückzieht.“

Ein Mord, der vor laufender Kamera geschieht, und eine junge Frau, die blutüberströmt am Tatort steht und kein Wort zu ihrer Verteidigung sagt.

Ich habe mit einem spannenden Thriller gerechnet, in dem das Internet quasi eine Art Richterspruch übernimmt. Stattdessen habe ich einen flüssigen, unheimlichen und nahbaren Schreibstil bekommen, der mir die ganze Zeit Bauchschmerzen bereitet hat, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst.

Wir haben hier nicht einfach nur einen Mord und die Suche nach dem Täter, sondern eine vielschichtige Geschichte, die intensiv mit emotionalem Missbrauch spielt und menschliche Untiefen und Abgründe aufzeigt. Ich fand das Ganze unheimlich verstörend, mitreißend, spannend und nervenaufreibend und dennoch auf eine gewisse Weise „unspektakulär“. Nicht vom Ablauf oder vom Inhalt her, sondern vielmehr im Hinblick auf den Tathergang.

Wer Lust auf einen psychologischen, spannenden Thriller mit überraschenden Wendungen hat, ist hier genau richtig.

4,5 Sterne