wenn der Schein trügt...
Odette, 19 Jahre alt, waise und auf sich allein gestellt, findet in Amos, einem 80-jährigen, einsamen Ex-Psychiater, eine ungewöhnliche Stütze. Ihre zarte Freundschaft wird zum Social-Media-Phänomen, bis ein blutiger Livestream alles verändert. Odette schlägt auf Amos ein, wird unter Mordverdacht verhaftet und schweigt. Die Ermittlungen des Polizisten Roger und Odettes Rückblenden enthüllen nach und nach, wie aus Vertrauen Hass wurde.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, ein kluger Aufbau, der zunächst Spannung verspricht. Die kurzen Kapitel und der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgen für Tempo, doch die Geschichte verliert im Mittelteil an Geschwindigkeit. Was bleibt, ist ein verstörendes Porträt sozialer Isolation, Manipulation und der Frage, wer in unserer Gesellschaft wirklich gesehen wird. Die Themen sind aktuell: Social Media als Gerichtssaal, Vorverurteilung, die Illusion von Nähe durch Online-Präsenz. Doch nicht alles wirkt glaubwürdig, etwa der plötzliche Ruhm des ungleichen Duos oder die etwas konstruiert anmutenden Nebenfiguren.
Der Schreibstil ist zugänglich, die Charaktere nachvollziehbar, besonders Odettes Naivität und Amos‘ ambivalente Rolle. Doch der Roman leidet unter seiner Vermarktung als Thriller. Wer Packung erhofft, bekommt ein psychologisches Drama, und das ist nicht für jeden Geschmack. Die zweite Hälfte zieht dann wieder an, doch der Funke springt nicht durchgehend über.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, ein kluger Aufbau, der zunächst Spannung verspricht. Die kurzen Kapitel und der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgen für Tempo, doch die Geschichte verliert im Mittelteil an Geschwindigkeit. Was bleibt, ist ein verstörendes Porträt sozialer Isolation, Manipulation und der Frage, wer in unserer Gesellschaft wirklich gesehen wird. Die Themen sind aktuell: Social Media als Gerichtssaal, Vorverurteilung, die Illusion von Nähe durch Online-Präsenz. Doch nicht alles wirkt glaubwürdig, etwa der plötzliche Ruhm des ungleichen Duos oder die etwas konstruiert anmutenden Nebenfiguren.
Der Schreibstil ist zugänglich, die Charaktere nachvollziehbar, besonders Odettes Naivität und Amos‘ ambivalente Rolle. Doch der Roman leidet unter seiner Vermarktung als Thriller. Wer Packung erhofft, bekommt ein psychologisches Drama, und das ist nicht für jeden Geschmack. Die zweite Hälfte zieht dann wieder an, doch der Funke springt nicht durchgehend über.