Wenn Nähe zur Kontrolle wird

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backlistbaddie Avatar

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Odette ist 19, als sie den 80-jährigen Amos kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Gemeinsam starten sie sogar einen erfolgreichen TikTok-Kanal. Doch eines Tages schlägt Odette ihn vor laufender Kamera brutal zusammen und ermordet ihn.

„Most Hated Girl“ wird in zwei Zeitebenen erzählt. Im „Zuvor“ erfährt man aus Odettes Sicht nach und nach mehr über ihre Vergangenheit und die Beziehung zu Amos. Im „Danach“ begleitet man die Ermittlungen. Besonders spannend fand ich, wie sich dadurch Odettes Geschichte Stück für Stück zusammensetzt. Anfangs war sie mir sehr unsympathisch, doch je mehr man über ihre Vergangenheit erfährt, desto besser versteht man sie.

Am stärksten fand ich die Darstellung von psychischer Gewalt und Manipulation. Aus kleinen Regeln und Bemerkungen werden immer mehr Kontrolle, Selbstzweifel und Angst. Sehr eindringlich wird gezeigt, wie schwer es sein kann, sich aus einer solchen Beziehung zu lösen und warum man Menschen in Gewaltbeziehungen nicht einfach dafür verurteilen sollte, dass sie bleiben.

Als Thriller würde ich das Buch allerdings nicht unbedingt bezeichnen. Vieles war für mich vorhersehbar und stellenweise etwas langatmig. Auch das Ende ging mir dann etwas zu schnell.

Trotzdem mochte ich das Buch vor allem wegen seiner wichtigen Themen. Es ist keine leichte Geschichte, zeigt aber sehr eindrücklich, wie Manipulation funktioniert und wie schnell wir Menschen verurteilen, ohne ihre Geschichte zu kennen.