Große Fabulierkunst
Große Fabulierkunst. Ein Wohlfühlbuch, welches berührt und auch die Dinge unter der Oberflächer erkundet. Ich hab es eigentlich gar nicht lesen wollen... eines Tages stand - wie durch ein Wunder - ein Buchpaket vor meiner Tür und "Mr. Saitos reisendes Kino" von Annette Bjergfeldt war eines der enthaltenen Bücher - mit einem schrecklich kitschigen Buchcover umhüllt: Über einer kleinen Insel schwebt ein Perlentaucher und hat eine Filmrolle im Schnabel, angestahlt vom Leuchtturm. Upper Puffin, das ist der Hauptort der Handlung - eine kleine Insel im äußersten Nordosten Kanadas. Dorthin führt es Fabiola - aus Argentinien stammend, Schuh- und Tangoliebhaberin, als Waisenkind in einem Kloster aufgewachsen, wegen einer Schwangerschaft flüchten müssend - mit ihrer Tochter Lita. Und auf dieser kleinen Insel werden sie die nächsten Jahrzehnte verbleiben. Fabiola mischt die Insulaner ein wenig auf und Tochter Lita lernt das Leben, die Liebe, die Freundschaft und die Gemeinschaft und auch Mr. Saito kennen, einen Reisenden in Sachen Filmvorführung; und das alles fernab von den großen Umwälzungen des Weltgeschehens. Die Geschichte ist ein Plädoyer für die Lieb, die Zuversicht, die Leichtigeit im Leben: "Wenn der Wind weht, halte dich an etwas fest! An einem Geländer, an einem Rettungsring oder einfach nur an dem Menschen neben dir. Sauge das letzte Licht aus den Birken. Nutze den Tag und mach dich hübsch. Sonst verpasst du das Glück." Und vielleicht lauert ja das glückliche Leseerlebnis manchmal auch am Rande des Kitsches ;-)