Vom argentinischen Schuhpalast ins kanadische Seemannsheim

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
takabayashi Avatar

Von

Eigentlich hatte mich die Autorin schon mit dem ersten Satz: Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt – wenn das kein toller Anfang ist!
Zuerst war ich ganz begeistert von der üppigen Erzählweise, und nahm Anteil am Schicksal der beiden Protagonistinnen. Lita wächst in den ersten Jahren ihres Lebens in dem Nonnenkloster in Buenos Aires auf, in dem schon ihre schuh- und tangoverrückte, blutjunge Mutter Fabiola groß geworden war. Später leben die beiden dann im Lagerraum des El Palacio del Zapatos, dem exquisiten Schuhgeschäft, dessen beste Verkäuferin Fabiola ist. Berichtet wird uns das aus der Perspektive der kleinen Lita. Doch dann ließ mein Interesse allmählich nach. Der Spannungsbogen fehlte mir und die endlos aneinandergereihten Episoden und Anekdoten plätscherten an mir vorbei. Vieles liest sich wirklich sehr nett, es ist alles ganz hinreißend und skurril, vielleicht manchmal etwas zu gewollt skurril. Ich wollte das Buch wirklich mögen, ich wollte auch durchhalten, aber dann trat regelrecht eine Art Leseblockade bei mir ein, ich hatte keine Lust, zu lesen, habe immer wieder versucht, mich dazu zu zwingen, weiterzulesen, aber es hat nicht geklappt, das Buch hat bei mir keinen Sog entwickelt.
Fabiola und Lita mussten Argentinien verlassen und gelangten auf abenteuerliche Weise per Schiff auf eine dünn besiedelten Insel gegenüber von Neufundland. Lita findet in der kleinen Oona eine gleichaltrige Freundin und Fabiola verkauft nun eher Holzschuhe statt High Heels. Weiter bin ich dann nicht gekommen, den titelgebenden Mr. Saito habe ich noch nicht kennen gelernt, aber nachdem ich für etwas mehr als hundert Seiten fast fünf Wochen gebraucht habe, habe ich die Lektüre abgebrochen, etwas , was ich wirklich nur ganz selten tue! Ich fand das Buch gar nicht schlecht, aber es hat mich irgendwie nicht gepackt und ich konnte es einfach nicht lesen. Dabei bin ich eigentlich neugierig, wie die Geschichte sich weiter entwickelt, vielleicht schaffe ich es irgendwann nochmal in einem zweiten Anlauf. Und wie ich bemerkt habe, sind die meisten anderen Rezensionen positiv bis begeistert. Das ist also mein ganz persönliches Problem. Und obwohl ich diese Schwierigkeiten hatte, soll das kein Verriss sein und ich gebe für die fantasievolle Geschichte 3 Sterne.