Wenn ein Lottogewinn das Leben nicht unbedingt leichter macht
Was passiert, wenn plötzlich all das möglich ist, wovon man früher nur geträumt hat, und man trotzdem nicht recht weiß, wohin man eigentlich gehört? Diese Frage steckt für mich im Kern von Jay McKenzies Roman "Mrs Edie gewinnt im Lotto … und verliert alles?"
An Edie hat mich in der Leseprobe vor allem der Gegensatz zwischen ihrem neuen Leben und dem, was sie sich offenbar wirklich wünscht, interessiert. Während ihr Mann Ron und ihr erwachsener Sohn Colin den Lottogewinn nutzen, um sich ihre lang gehegten Autoträume zu erfüllen und in ein großes Haus zu ziehen, scheint Edie immer weniger Platz in diesem Leben zu haben. Nicht, weil es ihr an materiellen Dingen fehlt. Sondern weil kaum jemand fragt, was sie eigentlich möchte.
Jay McKenzie erzählt das mit einem trockenen, manchmal ziemlich bissigen Humor. Schon die Szenen im neuen Zuhause zeigen, wie absurd es werden kann, wenn Menschen ihre eigenen Vorstellungen für selbstverständlich halten. Edie steht zwischen Luxusautos, mehreren Wohnzimmern und einem penibel gepflegten Garten und denkt darüber nach, ob sie einen neuen Rahmen für ihren Lottoschein kaufen sollte. Das ist komisch, hat aber einen unangenehmen Beigeschmack. Denn hinter der Alltagskomik steht eine Frau, deren Wünsche im Familienleben offenbar lange wenig Gewicht hatten.
Besonders interessant finde ich, dass die Geschichte nicht einfach bei der Frage stehen bleibt, ob Geld glücklich macht. Die Rückblenden in Edies jüngere Jahre zeigen eine Frau, die schon damals zwischen eigenen Sehnsüchten und familiären Verpflichtungen ihren Platz finden musste. Auch ihre Freundschaften geraten unter die Lupe. Als ihre früheren Weggefährtinnen sie nach dem Umzug zunehmend ausschließen, wird deutlich, dass Geld nicht nur Türen öffnet. Es kann auch Abstände schaffen, die vorher nicht da waren.
Edie ist keine Figur, die alles sofort klar erkennt und entschlossen ihr Leben umkrempelt. Sie wirkt unsicher, hält vieles zurück und stellt ihre eigenen Wünsche oft hinten an. Gerade das macht sie für mich interessant. Ich möchte wissen, ob sie irgendwann beginnt, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, und was der Titel mit dem angekündigten Verlust tatsächlich meint.
Die Leseprobe liest sich flüssig und lebt von den genauen Beobachtungen, den pointierten Vergleichen und den kleinen Momenten, in denen Edies Gedanken mehr verraten, als sie laut ausspricht. Das Cover stellt den Lottogewinn ins Zentrum; mich reizt allerdings weniger die Frage, was man mit Millionen kaufen könnte, als die, was im eigenen Leben fehlt, wenn plötzlich alles käuflich scheint.
Ich erwarte einen humorvollen Roman über Familie, Freundschaft und die schwierige Suche nach einem eigenen Platz im Leben. Vor allem möchte ich Edie weiter begleiten. Nicht, weil ich schon wüsste, wohin ihr Weg führt, sondern weil ich sehen möchte, ob sie sich irgendwann erlaubt, mehr zu wollen als ein Leben, das für alle anderen perfekt eingerichtet ist.
An Edie hat mich in der Leseprobe vor allem der Gegensatz zwischen ihrem neuen Leben und dem, was sie sich offenbar wirklich wünscht, interessiert. Während ihr Mann Ron und ihr erwachsener Sohn Colin den Lottogewinn nutzen, um sich ihre lang gehegten Autoträume zu erfüllen und in ein großes Haus zu ziehen, scheint Edie immer weniger Platz in diesem Leben zu haben. Nicht, weil es ihr an materiellen Dingen fehlt. Sondern weil kaum jemand fragt, was sie eigentlich möchte.
Jay McKenzie erzählt das mit einem trockenen, manchmal ziemlich bissigen Humor. Schon die Szenen im neuen Zuhause zeigen, wie absurd es werden kann, wenn Menschen ihre eigenen Vorstellungen für selbstverständlich halten. Edie steht zwischen Luxusautos, mehreren Wohnzimmern und einem penibel gepflegten Garten und denkt darüber nach, ob sie einen neuen Rahmen für ihren Lottoschein kaufen sollte. Das ist komisch, hat aber einen unangenehmen Beigeschmack. Denn hinter der Alltagskomik steht eine Frau, deren Wünsche im Familienleben offenbar lange wenig Gewicht hatten.
Besonders interessant finde ich, dass die Geschichte nicht einfach bei der Frage stehen bleibt, ob Geld glücklich macht. Die Rückblenden in Edies jüngere Jahre zeigen eine Frau, die schon damals zwischen eigenen Sehnsüchten und familiären Verpflichtungen ihren Platz finden musste. Auch ihre Freundschaften geraten unter die Lupe. Als ihre früheren Weggefährtinnen sie nach dem Umzug zunehmend ausschließen, wird deutlich, dass Geld nicht nur Türen öffnet. Es kann auch Abstände schaffen, die vorher nicht da waren.
Edie ist keine Figur, die alles sofort klar erkennt und entschlossen ihr Leben umkrempelt. Sie wirkt unsicher, hält vieles zurück und stellt ihre eigenen Wünsche oft hinten an. Gerade das macht sie für mich interessant. Ich möchte wissen, ob sie irgendwann beginnt, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, und was der Titel mit dem angekündigten Verlust tatsächlich meint.
Die Leseprobe liest sich flüssig und lebt von den genauen Beobachtungen, den pointierten Vergleichen und den kleinen Momenten, in denen Edies Gedanken mehr verraten, als sie laut ausspricht. Das Cover stellt den Lottogewinn ins Zentrum; mich reizt allerdings weniger die Frage, was man mit Millionen kaufen könnte, als die, was im eigenen Leben fehlt, wenn plötzlich alles käuflich scheint.
Ich erwarte einen humorvollen Roman über Familie, Freundschaft und die schwierige Suche nach einem eigenen Platz im Leben. Vor allem möchte ich Edie weiter begleiten. Nicht, weil ich schon wüsste, wohin ihr Weg führt, sondern weil ich sehen möchte, ob sie sich irgendwann erlaubt, mehr zu wollen als ein Leben, das für alle anderen perfekt eingerichtet ist.