333 Traumetagen
Kürzlich bin ich im Pazifik gesegelt, habe einen Tsunami erlebt und endlose Stunden in der Notaufnahme verbracht. Davor bin ich mit einem kleinen, alten Motorboot die Elbe hoch und runter geschippert und habe versucht ein Familiengeheimnis zu entschlüsseln. Dann war ich mit Träumern und Anti-Träumern unterwegs, die offenbar versuchen das Ende der Welt zu verhindern. Geschichten zu lesen ist wie träumen, vielleicht etwas strukturierter und klarer und meist mit einem Anfang und einem Ende. Aber sie ermöglichen wie beim Träumen den Ausflug in andere Welten und andere Leben. Vanessa Göcking hat in ihrem Roman das Lesen und das Träumen zusammengebracht und eine Fabel über die wichtigen Dinge im Leben geschrieben. Amanda Atkins ist seit Jahrzehnten Mitglied in der Londoner Bibliothek „Lady Ophelia Harringdale Library“ und leiht sich jeden Freitagnachmittag neue Sachbücher zum Lesen aus. Sie arbeitet in einer Steuerbehörde und bleibt gern für sich. Eines Freitagnachmittags wird ihr durch eine neue Bibliotheksaushilfe ein gänzlicher unbekannter Raum gezeigt, in dem unzählige unbeschriftete Bücher mit leeren Seiten stehen und ein verschnörkelt gestalteter Fahrstuhl 333 Etagen anzeigt. Auf jeder Etage verbergen sich unzählige Türen, hinter denen Träume auf Amanda warten. Eine Tür ist ganz besonders und lässt sich einfach nicht öffnen. Durch einige Zufälle findet sich eine kleine Schicksalsgemeinschaft zusammen, die Amanda hilft, das Geheimnis um die besondere Tür zu lüften.
Durch die ersten Kapitel bin ich etwas unterkühlt gegangen. Für mich gab es insgesamt zu viel erklärenden Prolog, um die Figuren vorzustellen, und zu wenig tatsächliche Handlung. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich nach den ersten 50 Seiten keine große Erwartung an den Roman. Ich meinte zu wissen, wohin die Reise gehen wird und habe mich nicht so ganz auf die Geschichte einlassen wollen. Am Ende saß ich dann für mich völlig überraschend mit tränennassem Gesicht da und habe hektisch nach Taschentüchern gesucht.
Es ist optisch ein wunderschön gestaltetes Buch, dass ich wirklich gern in die Hand genommen habe. Thematisch hat es ein wenig was von Matt Haigs Mitternachtsbibliothek, konzentriert sich aber nicht nur auf eine Schlüsselfigur, sondern nutzt die Charaktere in meinen Augen wirklich eher wie in einem Gleichnis, das dem Lesenden die Augen öffnen soll über das, was wirklich zählt im Leben. Für meinen persönlichen Geschmack hätte der Erzählfluss etwas anspruchsvoller sein können. Ich liebe es aber auch sehr, in Geschichten tief einsteigen zu dürfen und mich ganz in ihnen zu verlieren. Das war hier eher nicht das Konzept der Autorin und ich will es ihr ungern zu Lasten legen. Für Amanda hätte ich mir gern einen anderen Ausgang der Geschichte gewünscht oder mal ein ernstes Wort mit der Bibliothekarin gesprochen, warum die Einladung zur besonderen Bibliothek nicht schon früher erfolgte. Insgesamt ist es ein schönes Setting, das Raum für Spekulationen und eigenen Weitererzählungen lässt.
Durch die ersten Kapitel bin ich etwas unterkühlt gegangen. Für mich gab es insgesamt zu viel erklärenden Prolog, um die Figuren vorzustellen, und zu wenig tatsächliche Handlung. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich nach den ersten 50 Seiten keine große Erwartung an den Roman. Ich meinte zu wissen, wohin die Reise gehen wird und habe mich nicht so ganz auf die Geschichte einlassen wollen. Am Ende saß ich dann für mich völlig überraschend mit tränennassem Gesicht da und habe hektisch nach Taschentüchern gesucht.
Es ist optisch ein wunderschön gestaltetes Buch, dass ich wirklich gern in die Hand genommen habe. Thematisch hat es ein wenig was von Matt Haigs Mitternachtsbibliothek, konzentriert sich aber nicht nur auf eine Schlüsselfigur, sondern nutzt die Charaktere in meinen Augen wirklich eher wie in einem Gleichnis, das dem Lesenden die Augen öffnen soll über das, was wirklich zählt im Leben. Für meinen persönlichen Geschmack hätte der Erzählfluss etwas anspruchsvoller sein können. Ich liebe es aber auch sehr, in Geschichten tief einsteigen zu dürfen und mich ganz in ihnen zu verlieren. Das war hier eher nicht das Konzept der Autorin und ich will es ihr ungern zu Lasten legen. Für Amanda hätte ich mir gern einen anderen Ausgang der Geschichte gewünscht oder mal ein ernstes Wort mit der Bibliothekarin gesprochen, warum die Einladung zur besonderen Bibliothek nicht schon früher erfolgte. Insgesamt ist es ein schönes Setting, das Raum für Spekulationen und eigenen Weitererzählungen lässt.