Anschub zur Glücksfindung

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susank Avatar

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Das Leben der Finanzbeamtin Amanda Eleonore Atkins ist bestimmt von festen Regeln und Routinen. Dazu gehört, dass sie jeden Freitag in der "Lady Ophelia Harringdale Library" Sachbücher als Lesestoff für die nächsten Tage ausleiht. Doch eines Tages trifft sie dort nicht die vertraute Bibliothekarin Mrs Hodgins an, sondern die junge Aushilfskraft Henry. Und Henry führt Ms Atkins - auf Auftrag von Mrs Hodgins - in einen geheimen Lesesaal, in dem sie unbeschriebene Bücher und einen Aufzug in 333 Stockwerke mit langen Korridoren und den unterschiedlichst gestalteten Türen findet. Zum Glück ist auch Robert Joy täglich in diesem Lesesaal und kann in vielen Dingen Auskunft geben. Denn auch Henry wird bald Mitglied in diesem geheimen Kreis, wie die kratzbürstige Xiao Mei, deren Leben und Träume mit größeren Dramen verbunden sind. ...

Vanessa Göcking ist eine deutsche BestsellerAutorin und systemischer Coach und ihr Anliegen ist es, mit ihren Büchern zu inspirieren, So hat sie in dem Roman "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" eine Heldin erschaffen, die durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen wurde und nun den richtigen Anschub bekommt, wieder glücklich zu werden. Und auch der erweiterte Kreis der Hauptfiguren erkennt seine Bedürfnisse und Träume und den Weg in eine glückliche Zukunft.

Das Setting in einer altehrwürdigen Bibliothek, zwischen Tausenden von Büchern, ist dabei schon ein Wohlfühlort für jeden Büchermenschen.

Der Schreibstil von Vanessa Göcking ist angenehm zu lesen und überzeugt durch leise Töne mehr als unnötige Spannung. Die Perspektive wechselt in den Kapiteln zwischen den vier Hauptpersonen; der Schwerpunkt liegt jedoch immer bei Ms Atkins. Vieles regt zum Nachdenken an - nicht nur über die Schicksale der Figuren, sondern schließlich auch über die eigenen Bedürfnisse und Ziele des Lesers/der Leserin.

Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und überwiegend sympathisch; Xiao Mei scheint jedoch nicht ganz zu den anderen drei FIguren zu passen, hat aber auch ihre wichtige Rolle. Im Laufe der Handlung erfährt man immer mehr über die Vergangenheit der einzelnen Personen und welche Ereignisse sie geprägt haben - und wie ihre Träume in dem geheimen Lesesaal der Bibliothek und ihre bewusste Auseinandersetzung damit sie wachsen lässt. Schade nur, dass die Entwicklungen doch recht vorhersehbar waren und es keine wirklichen Überraschungen gab.

Was mich jedoch lange Zeit wirklich an dem Roman gestört hat, war die überdeutliche Ähnlichkeit zu der Silber-Trilogie von Kerstin Gier, in der es ebenfalls um die Welt der Träume geht; auch die Beschreibungen der Korridore und der Traum-Türen, die auf die unterschiedlichsten Arten beschaffen sind, ist nahezu identisch. Erst im zweiten Teil des Buches nahm die Geschichte eine andere Richtung auf, in der die Figuren um Ms Atkins ihren Frieden mit der Vergangeheit machen können und zu sich selbst finden. Und an dieser Stelle wartet Vanessa Göcking dann doch noch mit einem kleinen Wermutstropfen auf neben dem glückseligen Frieden.

Alles in allem ist der Autorin ein warmherziger Roman über Schicksalschläge, zerstörte Träume, Verlust und Heilung, Trauer und Hoffnung, Freundschaft, Mut, Lieben und Leben gelungen und - last not least - einer positiven Akzeptanz, der berührt und zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt.

Besonders hervorheben möchte ich zu guter Letzt bei diesem Hardcover die liebevoll gestaltete Ausgabe mit Farbschnitt, veredeltem Schutzumschlag und im Inneren einem Motiv-Transparentpapier und Initial-Zierstücken, die das Buch zu einem besonderen Highlight machen und eine wunderbare Symbiose zwischen Inhalt und Gestaltung eingehen.