nette Geschichte in wunderschöner Buch Ausgabe

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jerichothoem Avatar

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Eine geheime Bibliothek, in der hinter kunstvollen Türen die verschiedensten Träume entdeckt werden können – vorausgesetzt man gehört zu denjenigen, denen der Zutritt geschenkt wird.

Die Prämisse hat mir gefallen, ich liebe Bibliotheken und cosy Fantasy Romane. Dieses Buch ist am ehesten der healing fiction zuzusortieren, der Fanatsy Aspekt dient dazu dem Erleben und den Erkenntnissen der Protagonisten in der realen Welt hin zu einer Art „Heilung“, einer Aussöhnung und positiven Veränderung, zu helfen. Dabei lernen wir zuerst die Titelgebende Ms Atkins kennen, deren Charakterisierung als streng, sortiert und höchstens im Kleinen ein wenig freudig, erst da zaghaft durchbrochen wird, wo wir sie in der Bibliothek erleben. Anfangs zieht mich dieser Stil der klaren, deutlichen Beschreibungen mit den poetischen Einschlägen ganz in seinen Bann. Leider verlor sich das mit der Zeit und wurde erst nach einer etwas langweiligen Durchhängerphase, in der wir die anderen Protagonisten kennen lernen, aber nicht so wirklich etwas passiert, von meinem Interesse am Plot und dem darin zu lösenden Rätsel abgelöst. Mein Leseerlebnis war durchwachsen, es gab ein oder zwei wahre Gänsehaut-Momente, schöne und interessante Entwicklungen und ein passendes Ende, aber insgesamt blieb die Erzählung hinter den Erwartungen, die der Anfang bei mir geweckt hat, zurück.

Die Geschichten, die die Protagonisten mitbringen, greifen große Themen auf, gehen diesen dann aber für meinen Geschmack nicht tief genug nach, bzw reduzieren diese auf das absolute Grundthema. Gleichzeitig wird so die Zielgruppe, der das Buch gefallen könnte, breiter, denn auf dieser Ebene finden sicherlich mehr Menschen Identifikation und werden gleichzeitig nicht von zu viel Nuancen und Detail und vor allem komplizierten Gefühlen und gesellschaftlicher Auseinandersetzung vor den Kopf gestoßen. Es bleibt alles recht… nett. Mich konnte deshalb die Emotionalität und hoffnungsvolle Wendung an manchen Punkten nicht ganz so mitreißen.
Das Ende dürfte den meisten sehr gut gefallen (mich hat da leider eine Aussage kurz aus der Stimmung gerissen, die ich recht ableistisch gelesen habe, aber das dürfte wohl den wenigsten so gehen).

Die Ausgestaltung des Buches ist sehr hübsch, mit einem edel-matten Umschlag um das bedruckte Hardcover, Farbschnitt, Lesebändchen und besonders eingebundener Illustration etc. Zusammen mit der Geschichte macht es das sicherlich zu einem guten Geschenk-Buch, das nahe, aber nicht zu nahe geht.

Für mich bleibt die Erkenntnis, dass healing fiktion nicht mein Genre ist und ich mehr offene und tiefer tastende Auseinandersetzung in meinen Büchern brauche.