Träume für den Mut zum Neuanfang

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bella0070 Avatar

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Schon das wunderschön gestaltete Cover von Ms Atkins und die Bibliothek der Träume hat mich neugierig gemacht. Und auch im Buch steckt viel Liebe zum Detail: Jedes Kapitel ist mit den ornamentalen Initialen der Figur gestaltet, aus deren Perspektive wir gerade lesen. Solche Kleinigkeiten mag ich bei Büchern sehr.

Amanda Eleonore Atkins führt ein Leben voller Regeln und Pflichterfüllung: Sie arbeitet als leitende Finanzbeamtin, lebt allein und verbringt ihre Freitage regelmäßig in der Bibliothek. Große Veränderungen oder Überraschungen sind in ihrem Alltag nicht vorgesehen. Bis ihr eines Tages der Zutritt zu einem geheimen Lesesaal gewährt wird und damit zur „Bibliothek der Träume“.

Dort trifft sie auf Henry, Xiao Mei und Robert, die alle ihre eigenen Geschichten mit Verletzungen und Verlusten mit sich herumtragen. In dieser Bibliothek kann jeder von ihnen seine Träume besuchen, die ihnen ihre Ängste, ihre schlimmsten Lebenssituationen, aber auch ihre Möglichkeiten vor Augen führen.

Was mir an Vanessa Göckings Erzählweise besonders gefallen hat, ist die Wärme, die sich durch die Geschichte zieht. Ihr Schreibstil ist sehr bildhaft und sie spricht auch andere Sinneseindrücke wie den Geruchssinn an, dadurch wurde dieser Ort für mich erstaunlich realistisch. Beim Lesen konnte ich mir nicht nur die Bibliothek und den Leseraum gut vorstellen, sondern hatte stellenweise tatsächlich das Gefühl, ihre Atmosphäre und sogar die Gerüche wahrzunehmen.

Das Buch ist eher ruhig erzählt, was für mich aber sehr gut zum Inhalt gepasst hat. Wer viel Spannung und Action erwartet, wird hier wahrscheinlich nicht das richtige Buch finden. Die kurzen Kapitel wechseln zwischen den vier Perspektiven, wodurch man die unterschiedlichen Lebensgeschichten nach und nach kennenlernt. Die vier Charaktere sind mir alle sympathisch und ich habe mit allen mitfühlen können.

Besonders mochte ich die Szenen, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt werden. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich dieselbe Situation von den einzelnen Figuren wahrgenommen wird. Gerade dadurch konnte ich manche Charaktere und ihre Eigenheiten noch besser verstehen.

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume ist eine Erzählung über Verlust, Heilung und den Mut, noch einmal neu anzufangen. Es geht darum, sich seinen eigenen Wunden zu stellen, aber auch darum, sich selbst die Möglichkeit zu geben, wieder nach vorne zu schauen.

Und dann kam das Ende, das mich wirklich emotional erwischt hat. Es ist traurig und stellenweise richtig schmerzhaft, aber gleichzeitig steckt darin so viel Hoffnung. Ich habe das Buch mit einem Kloß im Hals beendet und trotzdem mit diesem warmen Gefühl, das man manchmal nach einer Geschichte hat, die einen noch ein bisschen begleitet.

Ich habe danach jedenfalls noch länger über die Figuren und ihre Geschichten nachgedacht.

FAZIT: Für mich eine wunderschöne, warmherzige Geschichte über Träume, Verlust, Heilung und Neuanfänge. Eine absolute Leseempfehlung!