Zwischen Büchern und Träumen

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coni90 Avatar

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"Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist ein Wohlfühlroman mit einer Prise Magie, was besonders Menschen, die Bücher und Bibliotheken, lieben werden. Die Idee der „Bibliothek der Träume“, einem verborgenen magischen Teil der Stadtbibliothek, hatte für mich etwas von einer warmen Umarmung für Buchnerds: ein Ort voller Möglichkeiten, Sehnsucht und Geschichten.

Im Mittelpunkt stand dabei stets Amanda Eleonore Atkins, die seit Jahren jeden Freitagnachmittag ihre Bibliothek besucht. Doch eines Tages ist plötzlich alles anders: Statt der vertrauten Bibliothekarin sitzt dort der Teenager Henry, und Amanda erhält einen Brief, in dem sie erfährt, dass sie Zugang zur Bibliothek der Träume bekommen hat. Anfangs begegnet sie diesem Ort (und den Menschen dort) mit großer Skepsis.
Amanda selbst war für mich daher nicht immer leicht zugänglich. Sie lebt nach sehr starren Regeln und ist nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu anderen oft streng, was sie stellenweise anstrengend wirken ließ. Im Verlauf der Geschichte machte sie jedoch eine Wandlung und begann, sich nach und nach zu öffnen.

Neben Amanda standen noch drei weitere Figuren im Fokus, die ebenfalls Zugang zur Bibliothek der Träume hatten: die kratzbürstige Teenagerin Xiao Mei Smith, Henry und der über 70-jährige Robert Joy. Die Perspektive wechselte zwischen diesen vier Figuren, auch wenn Amanda klar die Hauptfigur blieb. Alle trugen ihre eigenen Themen und Belastungen mit sich. Die zarte Annäherung zwischen den vieren hat mich dabei angenehm berührt.

Besonders Henry habe ich sehr ins Herz geschlossen. Überhaupt wurden die Figuren liebenswert angelegt und die Dynamik zwischen ihnen funktionierte für mich gut. Gleichzeitig blieb mir vieles etwas zu oberflächlich. Gerade weil die Themen zum Ende hin deutlich schwerer und emotionaler wurden, hätte ich mir mehr Tiefe und eine intensivere Auseinandersetzung mit den Figuren und ihren Geschichten gewünscht. Ich hätte zudem gerne noch mehr Träume begleitet.

Der Schreibstil hat mir dagegen sehr gefallen. Er war angenehm, atmosphärisch und leicht zu lesen. Insgesamt war "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" für mich ein schönes Buch für zwischendurch: gemütlich, magisch und mit viel Liebe für Bücher erzählt, aber kein Highlight. Mit etwas mehr Tiefgang hätte es mich deshalb noch stärker berühren können.

Fazit: Ein charmanter Wohlfühlroman mit einer zauberhaften Grundidee und liebenswerten Figuren, auch wenn er inhaltlich etwas zu sehr an der Oberfläche blieb.