Verwirrender als Band 1

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Tammy, Isaac und der Rest der Gruppe sind den Verfolgern nur knapp entkommen, doch nun beschäftigt sie die geheimnisvollen Nachrichten an Isaac. Was ist wirklich mit seinem Bruder Elliot geschehen? Um dem auf den Grund zu gehen, begibt sich Isaac doch in die brutale Erziehungsanstalt Kingsstep. Hinweise, die sie dort finden, führen sie schließlich raus aus London und für einen Roadtrip quer durch Europa.

Die Geschichte knüpft direkt an Band 1 an und geht übergangslos weiter. Es geht also wieder spannend und auch riskant weiter. Kaum sind die Jugendlichen einer Gefahr entkommen, begeben sich Isaac und Bendix freiwillig nach Kingsstep. Dieser brutale Abschnitt dauert glücklicherweise nicht sehr lange und wird auch gefühlvoll und indirekt beschrieben. Anfangs musste ich mich trotzdem erst in der Geschichte orientieren, weil dieses Buch überwiegend über das mysteriöse Verschwinden und den Tod von Issacs Bruder Elliot handelt, als vom Scharonn und dessen Geheimnisse. Das Ende verknüpft Eliots Verschwinden und die Fähigkeit des Scharonns wieder gut. Ich finde den Schluss sehr spannend und emotional. Es bleiben im zweiten Teil der Reihe auch viele Fragen offen, weshalb ich nun sehr gespannt auf den Abschlussband bin.

Der Erzählstil der Autorin hat mir hier weniger gut gefallen. Die Geschichte ist immer noch flüssig und leicht, aber manchmal musste ich sehr konzentriert lesen. Ich finde, manche Situationen sind etwas verwirrend geschrieben, weil ein klitzekleines Detail fehlt bzw. eher benannt werden sollte oder ein Charakter etwas tut, was er/andere eigentlich schon getan hat. Die Buchfiguren und ihre Gefühle sind nach wie vor sehr anschaulich und nachvollziehbar geschrieben und ich bin richtig eingenommen, was sie durchmachen und finde jede/n Einzelne/n sympathisch, aber die Ereignisse sind manchmal zu wenig anschaulich beschrieben. Die Gruppendynamik ist anfangs natürlicherweise noch sehr holprig, dann erleben die fünf Jugendlichen neben all der nervenaufreibenden Action auch viele schöne Situationen miteinander, wie z. B. als Bendix‘ zum ersten Mal das Meer sieht und alle gemeinsam darin toben. Die Momente voller Freude und zunehmend auch Empathie, wenn ein Mitglied leidet, schweißt die Gruppe richtig zusammen und ich finde es schön, wie eng befreundet sie mittlerweile sind.

Fazit:
„Mystery Eye – Reflexion“ konnte mich leider nicht so sehr überzeugen wie der erste Teil. Viele Situationen finde ich zu verwirrend geschrieben, aber später stellt sich wieder ein lockerer Lesefluss ein. Die Geheimnisse des Scharonns treten eher in den Hintergrund, da Elliots Verschwinden die Handlung einnimmt. Das Ende ist wie gewohnt spannend, emotional und gipfelt in einem Cliffhanger, sodass ich sehr gespannt auf den Abschlussband bin, um all meine offenen Fragen zu klären.