Dystopie durchgespielt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
senfblüte Avatar

Von

Ein Zusammenbruch der Gesellschaft und dann? Irgendwie versuchen Menschen zu überleben, sich auf uralte Traditionen zu besinnen und irgendwie weiterzumachen. Das Buch greift aktuelle Probleme auf und zeigt, wie nah hinter unserer scheinbar funktionierenden Welt die total Katastrophe steckt.
Es geht darum, was aus uns und unseren Werten wird, wenn plötzlich kein Strom, kein Warmwasser, keine Kommunikation und auch keine ärztliche Versorgung mehr existiert.
Ich habe auch andere Bücher, z.B. Blackout, gelesen, die sich mit dem Zusammenbruch in Extremfällen beziehen. Hier geht es aber nicht zentral um die Frage, was Politik oder Staat dann macht, sondern wir begleiten erst Mila und schließlich weitere Protagonisten beim Überleben, auch über mehrere Jahre hinweg. Zurück zur Landwirtschaft von vorindustriellen Zeiten, zurück zu Eichelkaffee und Handnähmaschine. Es geht eher um das Zwischenmenschliche und auch um das grundlegende Überleben und das ist ganz schön heftig, da man auch das eigene Leben hinterfragt.
Am Ende war es mir in manchen Punkten zu schnell - mal wechselt die Person sehr schnell, dann wird vorausgeblickt und Katastrophen vorweggenommen und dann wieder bleiben große Leerstellen, die mich ein bisschen ratlos zurückgelassen haben.
Grundsätzlich hat das Buch zum Nachdenken angeregt und auch ein gruseliges Gefühl hinterlassen, aber es wirkte in einigen Aspekten nicht ganz rund für mich.