Erschreckend realistisch!

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cori.liest Avatar

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Was passiert, wenn unsere Welt, wie wir sie kennen, plötzlich nicht mehr funktioniert? Kein Strom, keine funktionierende Infrastruktur und die Menschen müssen sich darauf besinnen, was zum Überleben wirklich wichtig ist.

Genau mit diesem Szenario beginnt Elisabeth Schmidauers „Nach dem Ende“. Ich fand das Buch erschreckend realistisch, wenn man an den Klimawandel denkt!
Der Einstieg hat mich tatsächlich sehr neugierig gemacht. Gerade die ersten ungefähr 100 Seiten, in denen wir eine Familie kurz vor und nach dem Zusammenbruch begleiten, hatten für mich einen richtigen Sog. Ich wollte wissen, was passiert ist und wie es für die Menschen weitergeht.
Doch dann kam ein Zeitsprung, es folgten immer wieder neue Perspektiven und ich hatte zunehmend Schwierigkeiten, die verschiedenen Personen auseinanderzuhalten und eine Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Auch die Erzählweise selbst war für mich gewöhnungsbedürftig. Es gibt keine klassische wörtliche Rede, Gespräche werden eher indirekt beziehungsweise erzählend wiedergegeben. Anfangs musste ich mich daran erst gewöhnen. Gerade weil danach auch noch die Perspektiven wechselten, fiel es mir zunehmend schwer, richtig in der Geschichte anzukommen.
Dabei hätte mich das Schicksal der einzelnen Menschen eigentlich sehr interessiert. Die Ausgangssituation bietet so viele Möglichkeiten: Wie verändert sich das Leben nach einem solchen Zusammenbruch? Was passiert mit den Menschen, die plötzlich auf sich allein gestellt sind?

Gerne hätte ich mehr darüber erfahren, was eigentlich außerhalb der beschriebenen Gemeinschaft passiert ist und wie die Welt an anderen Orten aussieht. Auch bei einigen Figuren hätte ich mir mehr Nähe und Einblick in ihr persönliches Schicksal gewünscht.
Die ruhige und teilweise sehr bildhafte Sprache hat mir dagegen gut gefallen. Gerade dadurch wirken die Veränderungen und die teilweise erschreckenden Zustände fast selbstverständlich. Und vielleicht ist genau das auch eine der Stärken des Buches: Es erzählt nicht von der großen spektakulären Apokalypse, sondern davon, was danach bleibt und wie Menschen versuchen, mit dieser neuen Realität zu leben.
Für mich hat „Nach dem Ende“ leider nicht ganz funktioniert. Die Idee fand ich spannend und der Anfang konnte mich wirklich packen, aber durch die vielen Perspektivwechsel, Zeitsprünge und die distanzierte Erzählweise habe ich im weiteren Verlauf immer mehr den Zugang zur Geschichte verloren.