Überlebenswerkzeuge

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Was im Titel schnörkellos als „Nach dem Ende“ bezeichnet wird, bezieht sich auf das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Eine Welt nach der Apokalypse. Menschen sterben. Für die Überlebenden heißt es, sich auf das Ursprüngliche zu besinnen. „Einfache Werkzeuge herstellen, einen Bohrstock, eine Steinaxt, Faustkeile, Schaber, kleine scharfe Schneiden, Schnüre und Bogensehnen aus Brennnesselfasern.“

Wir erfahren nicht viel darüber, wie es dazu kam. Los ging es mit den Protesten der Klimaaktivisten, die die Katastrophe haben kommen sehen. Darunter die Tochter, die ihre Eltern losschickt, damit sich die Familie Vorräte anlegt, während sie selbst die Grundlagen der Überlebenstechniken erlernt.

Der Roman führt uns zu einer Dorfgemeinschaft, die eine neue Form des Zusammenlebens ausprobiert. Hier muss jeder neue Fähigkeiten entwickeln und seinen Beitrag leisten, sodass Ackerbau und Viehzucht, Jagen und Sammeln, Haltbarmachen und Heilkunde das Überleben aller sichern.

Es hätte mich gereizt, noch mehr über die äußeren Umstände zu erfahren, doch diese blieben nur angedeutet. Der anfängliche Teil, in dem es ausschließlich um eine Familie in den verschiedenen Zeitebenen geht, übte einen unglaublichen Sog auf mich aus, sodass ich unbedingt in der „Welt danach“ ankommen wollte.

Bei den folgenden rasch wechselnden Blickwinkeln fiel es mir teilweise schwer, die Figuren auseinanderzuhalten. Klar wurde dabei jedoch, dass persönliche Interessen und menschliche Abgründe ein System schnell ins Wanken bringen.

Mir gefiel die ruhige Erzählweise, durch die die krassen Zustände ganz natürlich wirkten, auch wenn sie aus dem gemütlichen Lesesessel betrachtet hoffentlich eine Dystopie bleiben.