Zwischen Gemeinschaft und Gewalt: Warum „Nach dem Ende“ so gut und so schwer zu lesen ist
„Nach dem Ende“ ist für mich eine extrem gute, aber ebenso extrem herausfordernde und belastende Lektüre gewesen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte gleichzeitig immer wieder weg von dem, was ich da las. Dieser Zwiespalt ist selten für mich – und genau das macht das Buch sehr besonders.
Das Buch erzählt das Leben „nach dem Ende“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Anfangs fiel es mir schwer den ersten Perspektivsprung zu verstehen und ich konnte keinen Zusammenhang zwischen der ersten und der zweiten Erzählstimme herstellen. Im weiteren Verlauf sind weitere Protagonist:innen hinzu gekommen und auch wenn diese Perspektivwechsel anfangs etwas verwirrend für mich waren, ist es der Autorin dadurch ganz hervorragend gelungen, die unterschiedlichen Wünsche, Ängste, Sorgen, Bedürfnisse und Vergangenheits- sowie Gegenwarts-Bewältigungsmechanismen auszudrücken.
Das Buch beschreibt das Leben nach dem Ende und so spielt auch der Auslöser der namentlich nicht näher genannten Katastrophe zunächst gar keine und später nur eine nebensächliche Rolle. Es geht nicht um das Sezieren der Katastrophe an sich, sondern vielmehr um die Herausforderungen eines Lebens danach. Und davon gibt es unzählige: Krankheiten, Tod, Kälte, Hunger, Verlust aller Technologien und Annehmlichkeiten unserer modernen Welt ebenso wie das zur Tagetreten unermesslicher menschlicher Abgründe. Ich habe mich mehr als einmal gefragt: Wie würde ich reagieren, wenn ich das alles überlebt hätte und dann in dieser schrecklichen Situation wäre? Mehr als einmal kam mir der Gedanke: Ich hätte lieber nicht überleben wollen, um das "Danach" gar nicht erst zu erleben.
Besonders stark fand ich, wie Schmidauer unterschiedliche Möglichkeiten des Zusammenlebens gegenüberstellt: gemeinschaftliche Organisation trifft auf Gewalt, toxische Maskulinität, Machtspielchen und das Recht des Stärkeren. Wie tief die menschlichen Abgründe gehen können, war für mich hart zu lesen. Dass ich alles im Buch Geschilderte für ein realistisches Szenario halte, hat es nur verstärkt. Die Nähe zur Gegenwart mit einem nichts zu leugnenden Klimawandel, der potentiell unkontrollierbaren Entwicklung von KI, dem weltweiten Rechtsruck und der zunehmenden Verrohung im Umgang miteinander lassen erahnen, dass diese Utopie nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.
Somit ist „Nach dem Ende“ das Gegenteil eines Wohlfülbuchs. Es ist kein Genuss, es macht keinen Spaß, es lässt einen erschüttert und vielleicht auch verstört zurück. Und es ist eine riesengroße Leseempfehlung.
Das Buch erzählt das Leben „nach dem Ende“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Anfangs fiel es mir schwer den ersten Perspektivsprung zu verstehen und ich konnte keinen Zusammenhang zwischen der ersten und der zweiten Erzählstimme herstellen. Im weiteren Verlauf sind weitere Protagonist:innen hinzu gekommen und auch wenn diese Perspektivwechsel anfangs etwas verwirrend für mich waren, ist es der Autorin dadurch ganz hervorragend gelungen, die unterschiedlichen Wünsche, Ängste, Sorgen, Bedürfnisse und Vergangenheits- sowie Gegenwarts-Bewältigungsmechanismen auszudrücken.
Das Buch beschreibt das Leben nach dem Ende und so spielt auch der Auslöser der namentlich nicht näher genannten Katastrophe zunächst gar keine und später nur eine nebensächliche Rolle. Es geht nicht um das Sezieren der Katastrophe an sich, sondern vielmehr um die Herausforderungen eines Lebens danach. Und davon gibt es unzählige: Krankheiten, Tod, Kälte, Hunger, Verlust aller Technologien und Annehmlichkeiten unserer modernen Welt ebenso wie das zur Tagetreten unermesslicher menschlicher Abgründe. Ich habe mich mehr als einmal gefragt: Wie würde ich reagieren, wenn ich das alles überlebt hätte und dann in dieser schrecklichen Situation wäre? Mehr als einmal kam mir der Gedanke: Ich hätte lieber nicht überleben wollen, um das "Danach" gar nicht erst zu erleben.
Besonders stark fand ich, wie Schmidauer unterschiedliche Möglichkeiten des Zusammenlebens gegenüberstellt: gemeinschaftliche Organisation trifft auf Gewalt, toxische Maskulinität, Machtspielchen und das Recht des Stärkeren. Wie tief die menschlichen Abgründe gehen können, war für mich hart zu lesen. Dass ich alles im Buch Geschilderte für ein realistisches Szenario halte, hat es nur verstärkt. Die Nähe zur Gegenwart mit einem nichts zu leugnenden Klimawandel, der potentiell unkontrollierbaren Entwicklung von KI, dem weltweiten Rechtsruck und der zunehmenden Verrohung im Umgang miteinander lassen erahnen, dass diese Utopie nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.
Somit ist „Nach dem Ende“ das Gegenteil eines Wohlfülbuchs. Es ist kein Genuss, es macht keinen Spaß, es lässt einen erschüttert und vielleicht auch verstört zurück. Und es ist eine riesengroße Leseempfehlung.