Auf allen Ebenen speziell

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„Nach der Sonne schauen“ von Martina Hefter fordert heraus und provoziert auch irgendwie. Gleich vorweg muss ich zugeben ihre Protagonistinnen waren mir wirklich durchgehend unsympathisch. Eigentümliche Persönlichkeiten einzufangen kann die Autorin auf jeden Fall. An und für sich brauche ich auch nicht unbedingt Sympathie um einen Roman fesselnd zu finden, mein größeres Problem war eher die fehlende Handlung, gepaart mit einer sprunghaften Erzählweise. Denn letztlich passiert wirklich nicht viel, außer dass sich Iona in endlose Gedankenspiralen begibt. Im krassen Gegensatz dazu stehen die sehr treffend eingefangenen Veränderungen von Flora & Fauna verursacht durch den Klimawandel. Ohne besonders dramatisch zu werden gelingt es der Autorin finde ich sehr gut aktuelle wie auch zukünftige Veränderungen zu skizzieren. Der Schreibstil passt einerseits zu dem ganzen Konstrukt dieser merkwürdigen Erzählung, liest sich aber eher anstrengend und etwas sperrig. Im Tagebuchartigen Stil erfahren wir durch Ionas Gedanken bruchstückhaft um was es eigentlich geht. Viele der vorkommenden Namen kann man lange nicht zuordnen und erfährt erst im letzten Teil wer damit gemeint ist. Auch das führt zu einem ruckeligen Leseerlebnis. Eine Wohlfühllektüre ist „Nach der Sonne schauen“ also keinesfalls. Wer aber gerne mal klassische Bahnen verlassen möchte, findet hier definitiv etwas Besonders.