Flucht in die Einsamkeit

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
zwergspitzmaus Avatar

Von

Das Cover und der Klapptext machen neugierig auf das Buch. Auch dass die Geschichte in großen Teilen in meiner Heimat, der Landschaft südlich von Leipzig spielt, hat mein Interesse geweckt. Das Debütbuch der Autorin habe ich nicht gelesen und war daher etwas befremdet, dass die ersten Seiten Zitate über das Lob für dieses Buch enthalten. Die ersten Seiten machen auch neugierig auf Iona, die sich in eine leere Halle in die ehemalige Tagebaulandschaft zurückzieht um Ruhe für ihr neues Projekt zu suchen. Dabei schreibt die Autorin in kurzen Absätzen, was zu Beginn das Lesen einen schnellen Einstieg in das Buch ermöglicht, im Verlauf des Buches aber sehr anstrengend wird, da auch innerhalb einer Seite zwischen sehr verschiedenen Zeitebenen gesprungen wird. Der Zeitverlauf ist für mich nicht immer nachvollziehbar und schlüssig, auch weil verschiedene Ereignisse mehrfach aufgegriffen werden - oft in keinem Zusammenhang zum vorherigen Absatz. Am interessantesten war für mich noch die Schilderung der Episoden der Kindheit und der sehr berührende Absatz über den Tod des Vaters. Hier konnte ich eine Verbindung zu Iona aufbauen - im Rest des Buches ist mir dies leider nicht gelungen.

Für mich auch störend war der konkrete Bezug zu Orten im Südraum Leipzig. Die Autorin schreibt im Nachwort, dass alle Orte fiktiv sind - nutzt dann aber konkrete Ortsnamen, welche aber nach der Beschreibung so in der Lage nicht stimmen. Insbesondere die Nennung des Kraftwerks Lippendorf als "Dreckschleuder" stimmt so nicht - dies war sicherlich zur Zeit der DDR zutreffend, nicht aber in der Gegenwart. Die von Frau Hefter zitierte "Wolkenfabrik" gibt reinen Wasserdampf ab, da es sich um Kühltürme handelt, welche, wie der Name schon sagt, den entstehenden Dampf bei der Stromerzeugung abkühlen.

Alles in Allem hat mich das Buch nach den ersten sehr gut zu lesenden Seiten leider nicht abgeholt. Trotz der Ich-Perspektive habe ich keinen Zugang zur Hauptperson gefunden und auch das ständige zitieren des Wetters war gegen Ende dann nur noch störend. Auch die vielen Zeitsprünge, bei denen nicht immer ersichtlich war, wo und wann man sich befindet, machen das Lesen schwierig.