Hm.

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klugistgut Avatar

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In „Nach der Sonne schauen“ von Martina Hefter begleiten wir Iona Bartschok, eine Installationskünstlerin um die fünfzig, die sich für einige Monate in eine alte Halle an einem See zurückzieht. Eigentlich möchte sie dort an einem Kunstprojekt arbeiten, doch stattdessen besteht ihr Alltag vor allem aus Spaziergängen, einem KI-Hund, einem echten Hund und einer jungen Frau, die unverhofft in ihr Leben und ihre Halle platzt. Viel passiert also nicht – und genau das ist zugleich Stärke und Schwäche des Romans.

Wirklich schön geschrieben! Hefters Sprache ist ruhig, präzise und sehr atmosphärisch. Besonders gefallen haben mir Ionas Gedanken, die immer wieder von der Gegenwart in ihre Vergangenheit wandern: zu ihrer Kindheit auf der Alm, ihrem Studium oder früheren Erlebnissen. Dabei geht es ganz nebenbei um Kunst, Beziehungen, das Älterwerden, die Umwelt und die Zukunft. Das alles wirkt nie belehrend, sondern angenehm unaufgeregt. Ich mochte diese besondere Stimmung sehr und konnte mich gut auf Ionas Blick auf die Welt einlassen.

Allerdings passiert über weite Strecken einfach sehr wenig. Die Handlung plätschert dahin und lebt fast ausschließlich von Ionas Gedanken und Beobachtungen. Das kann durchaus reizvoll sein, hat mich aber irgendwann etwas unbefriedigt zurückgelassen. Ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Entwicklung oder Bewegung gewünscht. Insgesamt ein sprachlich wirklich schönes, nachdenkliches Buch – nur eben eines, bei dem man nicht unbedingt viel Handlung erwarten sollte.