Leise und doch so stark

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aoibheann Avatar

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Am Anfang empfand ich den Stil als etwas sperrig und hatte ein paar Probleme reinzukommen. Die manchmal langen und verschachtelten Sätze waren nicht unbedingt meine Freunde. Aber dann hat es mich einfach gepackt und mitgenommen. Und dann entpuppte sich der Stil plötzlich als klar, einfach verständlich und sehr authentisch. Zurückgenommen und leise, ohne großes oder gar aufgesetztes Drama. Und dabei ist es kein bisschen langweilig.
Die Autorin beschreibt die Befindlichkeiten ihrer Protagonistin anhand des Wetters, in dem der Wind eine besondere Rolle einnimmt. Mal ist das Wetter aufgewühlt, mal unerträglich, mal beängstigend. Ich habe selten passendere und schönere Beschreibungen gelesen, in denen ich mich auch immer mal wieder selbst gefunden habe.
In dem Kontrast zwischen Ionas Kindheit und ihrem jetzigen Leben stecken so viele aktuelle Themen und auch existentielle Fragen. Wie wollen wir als einzelner Mensch leben in einer Welt, die immer schnelllebiger wird, in der eine KI vermeintliche soziale Interaktion vorspielt? Was können wir tun um uns dem ganzen Wahnsinn um uns herum weniger ausgeliefert zu fühlen? Wie finden wir uns selbst in all dem Chaos?
Martina Hefter ist da ein unheimlich starkes und zugleich sprachlich wunderschönes Buch gelungen.