Literarischer Hochgenuss
Dies ist mein ersten Buch von Martina Hefter und ich bin begeistert.
Aber zuerst einmal ein Hinweis: Dies ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann. Man muss es unbedingt langsam lesen, immer wieder Pause machen, alles sacken lassen. Dann erst ist es ein literarischer Hochgenuss.
Die Ich-Erzählerin Iona Bartschok ist Installationskünstlerin und hat sich im Kunstbetrieb einen Namen gemacht. Als ein Künstlerkollege eines ihrer Werke mutwillig beschädigt, zieht sie sich vollkommen zurück und lebt in einer Halle in einem ehemaligen Tagebaugelände bei Leipzig, wo sie sich auf ihr nächstes Werk konzentrieren kann. Doch es kommt anders.
Das Buch ist durch vielfältige Themen gekennzeichnet.
Da ist zuerst einmal der Kunstmarkt und seine Anforderungen und Mechanismen. Iona zieht sich bewusst daraus zurück, denn sie will sich nicht mit dem "Ereignis", wie sie es nennt, auseinandersetzen und entzieht dadurch der Aufregung in der Leipziger Presse und in den sozialen Medien die Grundlage. Das finde ich klug.
Dann geht es um die Klimakatastrophe, auf die wir mit großen Schritten ungebremst zusteuern. Es wird in und um Leipzig immer heißer und die Unwetter nehmen zu. Davon ist auch Iona in ihrer Halle betroffen und sie sorgt sich um die Zukunft der Erde. In diesem Zusammenhang muss man auf die wunderbaren Naturbeschreibungen zu sprechen kommen, die in diesem Buch einen herausragenden Stellenwert besitzen. Schon allein deshalb ist das Buch sehr lesenswert.
Ein weiteres Thema ist die Einsamkeit. Iona berichtet in ihren Rückblicken über ihre Kindheit und Jugend auf einem Bergbauernhof, die Sommer verbrachte sie mit ihren Eltern auf einer Alm. Schon da war sie ein Kind, das gern allein war, sie brauchte nicht die Horden anderer Kinder, mit denen sich viele Heranwachsende so gern umgeben. Das hat sich im Laufe ihres Lebens nicht geändert. Als ihr nun ein Hund zuläuft, fremdelt sie zuerst sehr und will ihn ins Tierheim bringen, behält ihn dann aber doch. Auch als die junge Nova bei ihr auftaucht und schließlich in die Halle einzieht, bleibt Iona zurückhaltend, gewöhnt sich dann aber an das Zusammenleben.
Auch die Beziehungen zwischen Männern und Frauen spielen eine wichtige Rolle, denn Herto Strauß, der das Kunstwerk beschädigt hat, ist ein typischer Macho, der gezielt Grenzen überschreitet und provoziert. In dem Zusammenhang muss man auf die sehr geschickte Namensgebung aller Personen hinweisen. Herto ist abgeleitet von Herostratus, der den Artemistempel von Ephesos angezündet hat. Nova bringt neuen Schwung in Ionas Leben und Iona ist eine einsame Insel vor der britischen Küste.
Diese Namensgebung ist nur eines der Merkmale, die darauf hinweisen, wie fein komponiert das Buch ist. Das zeigt sich besonders in Ionas endgültiger Reaktion auf den Frevel, eine wunderbare Idee, die ich aber jetzt nicht verraten werde!
Und dann das Cover! Ich hätte das Buch in einer Buchhandlung vermutlich nicht in die Hand genommen, denn das Cover schien mir sehr fremd. Im Laufe des Buches klärt sich aber auf, warum es so gestaltet wurde und es passt.
Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch entdeckt habe. es ist anspruchsvoll und nicht immer leicht zugänglich, aber es ist aller Mühe wert.
Aber zuerst einmal ein Hinweis: Dies ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann. Man muss es unbedingt langsam lesen, immer wieder Pause machen, alles sacken lassen. Dann erst ist es ein literarischer Hochgenuss.
Die Ich-Erzählerin Iona Bartschok ist Installationskünstlerin und hat sich im Kunstbetrieb einen Namen gemacht. Als ein Künstlerkollege eines ihrer Werke mutwillig beschädigt, zieht sie sich vollkommen zurück und lebt in einer Halle in einem ehemaligen Tagebaugelände bei Leipzig, wo sie sich auf ihr nächstes Werk konzentrieren kann. Doch es kommt anders.
Das Buch ist durch vielfältige Themen gekennzeichnet.
Da ist zuerst einmal der Kunstmarkt und seine Anforderungen und Mechanismen. Iona zieht sich bewusst daraus zurück, denn sie will sich nicht mit dem "Ereignis", wie sie es nennt, auseinandersetzen und entzieht dadurch der Aufregung in der Leipziger Presse und in den sozialen Medien die Grundlage. Das finde ich klug.
Dann geht es um die Klimakatastrophe, auf die wir mit großen Schritten ungebremst zusteuern. Es wird in und um Leipzig immer heißer und die Unwetter nehmen zu. Davon ist auch Iona in ihrer Halle betroffen und sie sorgt sich um die Zukunft der Erde. In diesem Zusammenhang muss man auf die wunderbaren Naturbeschreibungen zu sprechen kommen, die in diesem Buch einen herausragenden Stellenwert besitzen. Schon allein deshalb ist das Buch sehr lesenswert.
Ein weiteres Thema ist die Einsamkeit. Iona berichtet in ihren Rückblicken über ihre Kindheit und Jugend auf einem Bergbauernhof, die Sommer verbrachte sie mit ihren Eltern auf einer Alm. Schon da war sie ein Kind, das gern allein war, sie brauchte nicht die Horden anderer Kinder, mit denen sich viele Heranwachsende so gern umgeben. Das hat sich im Laufe ihres Lebens nicht geändert. Als ihr nun ein Hund zuläuft, fremdelt sie zuerst sehr und will ihn ins Tierheim bringen, behält ihn dann aber doch. Auch als die junge Nova bei ihr auftaucht und schließlich in die Halle einzieht, bleibt Iona zurückhaltend, gewöhnt sich dann aber an das Zusammenleben.
Auch die Beziehungen zwischen Männern und Frauen spielen eine wichtige Rolle, denn Herto Strauß, der das Kunstwerk beschädigt hat, ist ein typischer Macho, der gezielt Grenzen überschreitet und provoziert. In dem Zusammenhang muss man auf die sehr geschickte Namensgebung aller Personen hinweisen. Herto ist abgeleitet von Herostratus, der den Artemistempel von Ephesos angezündet hat. Nova bringt neuen Schwung in Ionas Leben und Iona ist eine einsame Insel vor der britischen Küste.
Diese Namensgebung ist nur eines der Merkmale, die darauf hinweisen, wie fein komponiert das Buch ist. Das zeigt sich besonders in Ionas endgültiger Reaktion auf den Frevel, eine wunderbare Idee, die ich aber jetzt nicht verraten werde!
Und dann das Cover! Ich hätte das Buch in einer Buchhandlung vermutlich nicht in die Hand genommen, denn das Cover schien mir sehr fremd. Im Laufe des Buches klärt sich aber auf, warum es so gestaltet wurde und es passt.
Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch entdeckt habe. es ist anspruchsvoll und nicht immer leicht zugänglich, aber es ist aller Mühe wert.