Literarisches Kunstwerk als Aufruf gegen die Klimakrise
Das Buch wirft einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft hinsichtlich KI-Apps, Raubbau an der Natur, Folgen des Klimawandels, übergriffigem Verhalten bzw. Respekt.
Es geht um eine Künstlerin, die aus der Ich-Erzählerperspektive über ihren Rückzug in die Natur der Leipziger Seenlandschaft berichtet, nachdem eines ihrer Kunstwerke geschändet wurde. Hier möchte sie ihr nächstes Kunstwerk planen und verarbeitet nebenbei diesen Angriff. Dabei wird sie durch den zugelaufenen Hund Bella und den unverhofften Besuch Novas aus ihrem Trott und auf andere Gedanken gebracht. Gleichzeitig wird das Wetter klimabedingt stetig extremer.
Die Handlung ist immer wieder von Zeitsprünge in die Vergangenheit der Protagonistin unterbrochen, die den Lesefluss aufpeppen und die Vergangenheit bzw. deren Lebensweg näher bringen.
Die Gedankengänge kann man gut nachvollziehen. Sie fühlt sich unlänglich, hadert zunächst mit ihrer westlichen Herkunft, der Kindheit auf der Alm und ihrem fehlenden Selbstbewusstsein. Manchmal nimmt sie sich etwas vor, wälzt dazu Gedanken und führt es dann doch nicht zu Ende.
Gleichzeitig habe ich noch neues Wissenswertes über Leipzig, wo ich mehrere Jahre gewohnt habe und den Tagebau im Umland erfahren. Gut gelöst ist die feine Note der Umweltverschmutzung und des Klimawandels, der immer hintergründig durchschwingt.
Das Buch ist flüssig geschrieben, aber ich musste mich doch etwas durch quälen. Es fehlte mir streckenweise der Sinn bzw. rote Faden bzw. was einem die Autorin tatsächlich vermitteln möchte. Es ist für mich nicht so eine großartige Selbstfindungsgeschichte wie "Statt aus dem Fenster zu schauen". Die Protagonistin setzt sich viel mit Belanglosigkeiten auseinander. Das Buch mutet eher melancholisch und wie ein modernes Kunstwerk mit viel Interpretationsmöglichkeiten an. Entweder man mag diesen Stil oder nicht. Es schwingt auch eine Bitterkeit für den Zustand unserer Welt mit, den ich sehr gut aufgrund meiner eigenen Einstellung nachempfinden konnte. Jedoch war es für mich auch kontrovers den Fokus auf eine Künstlerin zu legen, die ja keinen praktischen Mehrwert oder Nutzen für die Natur und das Klima schaffen kann. Oder hatte die Autorin ihre Idee aus der Kunstzerstörung der Bewegung "Letzte Generation" irgendwie aufgreifen oder verarbeiten wollen, welche damit ein Aufmerksamkeit für die drohende Klimakatastrophe erzwingen wollten. Vielleicht von mir auch etwas verquer gedeutet.
Ein schönes Zitat:
"Die Leute müssen sich üben, eigene Bedürfnisse zu Gunsten anderer Lebewesen immer und überall zurück zu stellen."
Auch skurrile Szenen sind enthalten, beispielsweise als die Protagonistin sich an einem laufenden Verbrennermotor stört und die beschriebene Art wie sie damit umging (S. 86). Tatsächlich frage ich mich auch manchmal, warum man in Parklücke mit laufendem Motor, der Lärm und Abgas verbreitet, gefühlt stundenlang stehen kann. Kein Verständnis oder Rücksichtnahme für die Umwelt!
Fazit: ich bin hin und her gerissen, zwischen einem grandiosen literarischen Aufruf gegen die Zerstörung unserer Welt und Lebensgrundlage und einer dahinplätschernden nebensächlichen Geschichte. Daher gibt es ⭐⭐⭐⭐ Sterne für den vermittelten tieferen Sinn des Settings und den Einfall zur Umsetzung.
Es geht um eine Künstlerin, die aus der Ich-Erzählerperspektive über ihren Rückzug in die Natur der Leipziger Seenlandschaft berichtet, nachdem eines ihrer Kunstwerke geschändet wurde. Hier möchte sie ihr nächstes Kunstwerk planen und verarbeitet nebenbei diesen Angriff. Dabei wird sie durch den zugelaufenen Hund Bella und den unverhofften Besuch Novas aus ihrem Trott und auf andere Gedanken gebracht. Gleichzeitig wird das Wetter klimabedingt stetig extremer.
Die Handlung ist immer wieder von Zeitsprünge in die Vergangenheit der Protagonistin unterbrochen, die den Lesefluss aufpeppen und die Vergangenheit bzw. deren Lebensweg näher bringen.
Die Gedankengänge kann man gut nachvollziehen. Sie fühlt sich unlänglich, hadert zunächst mit ihrer westlichen Herkunft, der Kindheit auf der Alm und ihrem fehlenden Selbstbewusstsein. Manchmal nimmt sie sich etwas vor, wälzt dazu Gedanken und führt es dann doch nicht zu Ende.
Gleichzeitig habe ich noch neues Wissenswertes über Leipzig, wo ich mehrere Jahre gewohnt habe und den Tagebau im Umland erfahren. Gut gelöst ist die feine Note der Umweltverschmutzung und des Klimawandels, der immer hintergründig durchschwingt.
Das Buch ist flüssig geschrieben, aber ich musste mich doch etwas durch quälen. Es fehlte mir streckenweise der Sinn bzw. rote Faden bzw. was einem die Autorin tatsächlich vermitteln möchte. Es ist für mich nicht so eine großartige Selbstfindungsgeschichte wie "Statt aus dem Fenster zu schauen". Die Protagonistin setzt sich viel mit Belanglosigkeiten auseinander. Das Buch mutet eher melancholisch und wie ein modernes Kunstwerk mit viel Interpretationsmöglichkeiten an. Entweder man mag diesen Stil oder nicht. Es schwingt auch eine Bitterkeit für den Zustand unserer Welt mit, den ich sehr gut aufgrund meiner eigenen Einstellung nachempfinden konnte. Jedoch war es für mich auch kontrovers den Fokus auf eine Künstlerin zu legen, die ja keinen praktischen Mehrwert oder Nutzen für die Natur und das Klima schaffen kann. Oder hatte die Autorin ihre Idee aus der Kunstzerstörung der Bewegung "Letzte Generation" irgendwie aufgreifen oder verarbeiten wollen, welche damit ein Aufmerksamkeit für die drohende Klimakatastrophe erzwingen wollten. Vielleicht von mir auch etwas verquer gedeutet.
Ein schönes Zitat:
"Die Leute müssen sich üben, eigene Bedürfnisse zu Gunsten anderer Lebewesen immer und überall zurück zu stellen."
Auch skurrile Szenen sind enthalten, beispielsweise als die Protagonistin sich an einem laufenden Verbrennermotor stört und die beschriebene Art wie sie damit umging (S. 86). Tatsächlich frage ich mich auch manchmal, warum man in Parklücke mit laufendem Motor, der Lärm und Abgas verbreitet, gefühlt stundenlang stehen kann. Kein Verständnis oder Rücksichtnahme für die Umwelt!
Fazit: ich bin hin und her gerissen, zwischen einem grandiosen literarischen Aufruf gegen die Zerstörung unserer Welt und Lebensgrundlage und einer dahinplätschernden nebensächlichen Geschichte. Daher gibt es ⭐⭐⭐⭐ Sterne für den vermittelten tieferen Sinn des Settings und den Einfall zur Umsetzung.