Nachdenklich und ruhig

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Nach der Sonne schauen von Martina Hefter
Werbung, unbezahlt. Danke an @vorablesen für das Rezensionsexemplar und ebenfalls danke an @klettcottaverlag und an @martinasylviah!
Das Buch erscheint am 17.10.2026.

Inhalt:
Auf dem stillgelegten Gelände eines großen Tagebaugebietes in der Nähe von Leipzig zieht sich die Installtionskünstlerin Iona Bartschok in eine teilsanierte Industriehalle zurück, um ein neues Kunstprojekt zu planen und um Kraft zu sammeln. Kurz zuvor war eines ihrer Kunstobjekte vorsätzlich beschädigt worden und Iona sucht nun Ruhe und Distanz. Sie schafft sich Routinen, zieht durch die veränderte Landschaft und lässt uns an ihren Gedanken, Erinnerungen und Plänen teilhaben. Als ihr zunächst die Hündin Bella zuläuft und dann Nova, die Nichte des Vermieters, auftaucht, verändert sich auch das Leben der Künstlerin langsam und vorsichtig und eine neue Zukunft taucht auf.

Mein Leseeindruck:
Der erste Teil des Buches hat mich zunächst etwas ratlos gemacht. Wo ist die Geschichte? Wo der Plot? Es kam mir eher wie eine Aneinanderreihung von Gedankensprüngen, Anekdoten und scheinbar zufälligen Begebenheiten vor als eine zusammenhängende Geschichte. Erst im zweiten Teil wird der Text über Iona zugänglicher und flüssiger für mich. Trotzdem hat der Text mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet und manches fand ich unlogisch. Das mag aber einfach auch das Besondere an Martina Hefters Schreibweise sein. Gestört hat es mich nicht.
Mir gefielen die schnörkellose Sprache, die leicht verschachtelten Sätze, der eher nüchtern beschreibende Stil und die ruhige Erzählweise. Berührt haben mich die Erinnerungen der Protagonistin an ihre Kindheit im Kleinwalsertal, ansonsten blieb mir die Protagonistin etwas fremd und distanziert. Alles in allem eine gute Lektüre für alle, die eine ruhige, dahinfliessende Erzählung mögen und die nicht alles bis ins Detail verstehen müssen oder wollen.