Sehnsucht nach Nähe

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Martina Hefter gelingt mit „Nach der Sonne schauen“ ein zutiefst berührender Roman, dessen atmosphärische Erzählung den Leser von der ersten Seite an unweigerlich in den Bann zieht. Sie schreibt über innere Kämpfe, Kunst und die Sehnsucht nach Verbundenheit in ihrem gewohnt eleganten, poetischen und gleichzeitig leichtfüßigen Stil.

In „Nach der Sonne schauen“ zieht sich die Installationskünstlerin Iona Bartschok in eine alte Industriehalle in einer rauen, vom Tagebau geprägten Natur zurück, um Ruhe und Inspiration zu finden. Der Versuch der Isolation scheitert jedoch schnell, als die kämpferische Nova auftaucht und zeitgleich heftige Unwetter aufziehen. Inmitten von Naturkatastrophen und inneren Umbrüchen bricht die Gegenwart mit all ihren Krisen unaufhaltsam in Ionas Rückzugsort ein.

Mit einer ungemein kraftvollen Sprache, die gleichzeitig von einer feinen Zärtlichkeit getragen wird, leuchtet Hefter die stillen Winkel des menschlichen Miteinanders aus. Im Zentrum steht dabei eine eindringliche Auseinandersetzung über die Einsamkeit und die universelle menschliche Sehnsucht nach Nähe, die in einer zunehmend isolierten Welt oft so schwer zu greifen ist. Das Buch hallt noch lange nach und zeigt auf meisterhafte Weise, wie verletzlich und doch widerstandsfähig wir auf der Suche nach echter Verbindung sind und wie heilsam Einsamkeit sein kann.