Viel Stimmung und Emotion

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duckyputz Avatar

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Ilona ist Künstlerin und zieht sich nach einer Beschädigung an einem ihrer Werke in die Leipziger Seenlandschaft zurück. Dort will sie ihr nächstes Projekt planen, verarbeitet aber vor allem den Angriff auf ihre Kunst. Die zugelaufene Hündin Bella und der überraschende Besuch von Nova bringen sie etwas aus ihrem Rückzug heraus. Nebenbei wird das Wetter immer extremer, und Themen wie Klimawandel, Naturzerstörung und der Umgang mit KI-Anwendungen ziehen sich durch den Text.
Immer wieder springt die Handlung in die Vergangenheit von Ilona. Man erfährt von ihrer Kindheit auf der Alm, ihrer Herkunft und ihrem wenig ausgeprägten Selbstbewusstsein. Diese Rückblenden lockern den Text auf und geben der Figur Tiefe. Ihre Gedanken sind nachvollziehbar geschrieben, auch wenn sie oft bei Vorhaben oder Überlegungen bleibt, ohne sie zu Ende zu bringen.
Positiv ist, dass die Umweltthemen nicht plakativ, sondern eher beiläufig eingebaut sind. Für mich, die ich diese Region nicht kenne, war es interessant, mehr über den Tagebau zu lesen.
Der Schreibstil ist grundsätzlich flüssig, trotzdem hatte ich stellenweise Mühe, weiterzulesen, weil mir der rote Faden faehlte. Es ist eher eine ruhige, melancholische Geschichte mit viel Raum für eigene Deutung als eine klassische Entwicklungsgeschichte. Manche Szenen, etwa die Reaktion der Protagonistin auf einen laufenden Verbrennermotor, wirken fast skurril, übertrieben. Etwas zwiespältig fand ich die Wahl, ausgerechnet eine Künstlerin ins Zentrum zu stellen, die selbst keinen konkreten Beitrag zum Umwelt- oder Klimaschutz leisten kann. Vielleicht spielt das Buch damit auf Aktionen wie die der „Letzten Generation“ an, die mit Kunstzerstörung auf den Klimawandel aufmerksam machen wollten. Insgesamt ein Buch mit interessantem Ansatz, das mich aber nicht durchgehend mitgenommen hat.