Wenn das Leben plötzlich wieder anklopft

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viddl Avatar

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„Nach der Sonne schauen“ hat mir vor allem durch seine ruhige und besondere Atmosphäre gefallen. Die ehemalige Tagebau-Landschaft rund um Leipzig wird fast zu einer eigenen Figur: windig, karg und gleichzeitig voller Leben. Iona zieht sich dorthin zurück, um Abstand zu gewinnen und an ihrem neuen Kunstprojekt zu arbeiten. Ihre verletzende Erfahrung mit dem beschädigten Baumhaus ist dabei immer präsent und macht verständlich, warum sie zunächst möglichst für sich bleiben möchte.

Besonders schön fand ich den Gegensatz zwischen dem künstlichen Bildschirmhund und Bella, die plötzlich ganz real in Ionas Leben tritt. Mit der Hündin und später auch mit Nova dringt immer mehr Leben in Ionas sorgfältig abgeschottete Welt ein. Dabei erzählt Martina Hefter nicht laut oder dramatisch, sondern mit einer angenehm zurückhaltenden Sprache von Verletzlichkeit, Nähe und der Frage, wie viel Abstand man eigentlich braucht.

Mir hat gefallen, wie sich die Geschichte langsam entwickelt und die Umgebung dabei eine so wichtige Rolle bekommt. Ein leiser, ungewöhnlicher Roman, der noch eine Weile nachwirkt.