Wenn die Stille plötzlich Gesellschaft bekommt

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emiliablue Avatar

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Manchmal sind es gerade die leisen Geschichten, die einen besonders nachdenklich machen. Nach der Sonne schauen von Martina Hefter ist so ein Roman. Ein Buch, das sich Zeit nimmt, seine Figuren und ihre Gedanken kennenzulernen, und dabei ganz ohne große Aufregung auskommt.

Im Mittelpunkt steht die Künstlerin Iona, die sich in eine abgelegene, vom ehemaligen Tagebau geprägte Landschaft zurückzieht. Sie möchte einfach ihre Ruhe haben, Abstand von allem gewinnen und sich wieder ganz auf ihre Kunst konzentrieren. Doch dann tauchen die Hündin Bella und die junge Nova auf und bringen ihre sorgfältig gewählte Einsamkeit durcheinander.

Besonders schön finde ich die Atmosphäre, die Martina Hefter mit dieser ungewöhnlichen Landschaft schafft. Die Weite, die Stille und die etwas raue Umgebung passen wunderbar zu Ionas Gefühlswelt. Beim Lesen kann man sich diesen Ort richtig gut vorstellen und spürt förmlich die Einsamkeit, die Iona umgibt.

Auch die Gedanken, die hinter der Geschichte stecken, gefallen mir. Wie viel Zeit für sich allein braucht man eigentlich? Kann man sich wirklich vor allem zurückziehen? Und sind es nicht manchmal gerade die unerwarteten Begegnungen, die einem guttun, auch wenn man sie zunächst gar nicht haben möchte?

Martina Hefter hat eine ganz eigene Art zu erzählen. Ihre Sprache ist oft poetisch und voller kleiner Beobachtungen. Das hat seinen Reiz, auch wenn ich zugeben muss, dass mir die Geschichte zwischendurch etwas zu ruhig ist. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass ein bisschen mehr passiert und die Handlung etwas schneller vorangeht.

Trotzdem mag ich den Gedanken, dass nicht immer große Ereignisse nötig sind, um etwas zu verändern. Oft sind es die kleinen Dinge und Begegnungen, die uns zum Nachdenken bringen und vielleicht sogar einen neuen Blick auf das eigene Leben ermöglichen.

Mein Fazit:

Nach der Sonne schauen ist eine ruhige, etwas ungewöhnliche Geschichte über Einsamkeit, Nähe und die Suche nach sich selbst. Ein Roman, auf den man sich einlassen und für den man sich Zeit nehmen muss. Auch wenn mich die langsame Erzählweise nicht durchgehend überzeugt, finde ich die Atmosphäre und die Gedanken hinter der Geschichte sehr schön. Ein Buch, das nicht laut sein muss, um etwas zu erzählen.