Wetter- und Gefühlsphänomene

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Die Installationskünstlerin Iona Bartschok hat sich nach dem Beschmieren ihres schon seit Jahren ausgestellten Baumhauses in eine umgebaute Halle eines Bekannten im ehemaligen Leipziger Tagebaugebiet zurückgezogen, um nachdenken zu können, Abstand zu gewinnen und an ihrem neuen Projekt zu arbeiten.

Dabei begegnen ihr trotz der Abgeschiedenheit verschiedenste Menschen und nicht zuletzt zwei Hunde, die sie herausfordern.

In ruhigem Erzähltempo beschreibt die Autorin in der Ich-Form die Gedanken und Erlebnisse ihrer Protagonistin. So ist man als Lesende immer live zugegen. Iona lässt sich treiben und so sind auch ihre Handlungen nicht immer rational. Dieses Gedankenwirrwarr wird glaubwürdig, präzise und ausführlich beschrieben.

Dabei wählt die Autorin das Präteritum als fortlaufende Erzählzeit mit Rückblicken - bis in Ionas Kindheit -, denn Ionas Gedanken schweifen in ihrer selbstgewählten Einsamkeit oft ab. Doch dies benötigt sie auch, um die Geschehnisse einordnen zu können.

Die Stimmung des Buches schwankt zwischen hoffnungsfroh und zuversichtlich bis niedergedrückt, was auch durch das heftig wechselnde Wetter gezeigt wird.

Bis zum Ende hat Iona keine Strategie entwickelt, wie sie mit dem Vorfall und dem Täter umgehen will, aber sie findet neue Wege zu sich selbst.

Ein ruhig erzähltes Buch über eine innere Selbstfindung.