Zweite Chance: Leider noch schwächer.

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amaxing4 Avatar

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Martina Hefter – Nach der Sonne schauen

Nachdem ich bereits mit „Hey Guten Morgen, wie geht es dir?“ meine Probleme hatte, aber zumindest noch nachvollziehen konnte, dass es storybezogen seine interessanten Seiten hatte, bin ich mit diesem Buch wohl ein letztes Mal reingefallen.

Wenngleich ich die Prämisse, ihre Erfahrungen beim Deutschen Buchpreis mit dem – sorry – vielfach besseren Erzähler Clemens Meyer und seinem verbalen Ausfall zu verarbeiten, wirklich interessant fand, merkte ich schon während des Lesens der Leseprobe, dass es zwischendurch durch die überflüssigen Prosastücke zur Landschaft und der Hündin, der Alm-Kindheit unfassbar zäh wurde.

Die geschaffene Welt, die die Autorin in diesem Buch zeichnet, langweilt mich ungemein. Und das obwohl mir die Orte, da ich in dieser Region bei Leipzig lebe, durchaus bekannt sind.
Über die Figuren ist wenig zu sagen: Dass das Buch autobiographische Züge hat, wie fast jedes aktuell erscheinende Buch, ist klar. Schlimm? Nicht per sé, hier aber schon, weil es so offenkundig ist, dass man es nicht übersehen kann. Dass Herto Strauss Clemens Meyer darstellen soll, naheliegend. Aber gerade das erneute Spielen mit den Geschlechtern, einfach weil man es kann (Leto (hier eine Frau/Mutter) und Kim (hier ein Mann/Vater)), braucht niemand, es hat keine inhaltliche Bewandtnis. Wie realistisch diese Namen sind, wenn wir uns die zeitliche Verortung ansehen, wie alt die Protagonistin ist und wo sie großgeworden ist, spricht Bände.

Die verwendete Sprache ist die Sprache der deutschen Gegenwartsliteratur. Landschaftsbeschreibungen, um die Zerstörung der Natur durch den Menschen zu skizzieren, joar. Aber dabei kommt kein Leben in die Geschichte.
Es fehlt diesen Texten an inhaltlicher Substanz. Und das lässt sich nicht mit Befindlichkeiten aus dem Leben einer Künstlerin auffangen. Das Leben auf der Alm, der Umgang mit den Nutztieren – es ist klar, wohin das führen soll. Aber wenn das Antworten und Erkenntnisse auf bzw. für die großen Fragen unserer Zeit sein sollen, weiß ich nicht, ob das außerhalb einer Connewitzer Bubble jemanden im Geringsten interessiert.

Es ärgert mich, dass ich mich vom Cover habe linken lassen – das ist nämlich wirklich gelungen. Frau Hefter, die ich zumindest kurz kennenlernen durfte, ist eine wirklich freundliche und kluge Frau. Dieses Buch ist ihr misslungen, es ist prätentiös.