Zwischen Tagebau und Trübsinn
Ich wollte dieses Buch lieben. Die Ausgangslage ist nämlich richtig gut. Iona Bartschok, Installationskünstlerin, zieht sich nach einem Vorfall (ein Kollege beschmiert ihre Arbeit bei einer Vernissage mit „Bullshit”) komplett zurück. Rein in eine verlassene Industriehalle mitten im alten Tagebaugebiet bei Leipzig. Ihr Plan: ein Kunstprojekt darüber, wie diese Landschaft in fünftausend Jahren aussehen könnte. Verwildert? Vom Klimawandel plattgemacht? Man weiß es nicht. Anfangs hat sie dabei nur einen KI-Hund als Gesellschaft, bis ihr ein echter, zugelaufener Vierbeiner über den Weg läuft.
Es gibt einfach sehr, sehr viele Rückblenden in eine traurige, sie stark prägende Vergangenheit, und irgendwann hatte ich das Gefühl, in einer Dauerschleife aus Schwermut zu stecken.
Was mich aber wirklich überzeugt hat: Hefter erzählt hier eigentlich zwei Zerstörungsgeschichten parallel. Einmal die der Natur, einmal die des Kunstbetriebs und keine davon wirkt wie eine platte Metapher für die andere. Dazu kommt Nova, die widerspenstige Nichte des Vermieters, die frischen Wind reinbringt und verhindert, dass sich das Buch komplett in Ionas Kopf verliert. Unter all der Schwere liegt tatsächlich ein trotziger Optimismus als würde das Buch sagen: Auch in einer verwüsteten Landschaft ist noch längst nicht alles vorbei.
Was das Buch außerdem richtig stark macht: die Wettermetaphern. Vor dem Hintergrund Klimawandel bekommen Himmel, Licht und Wetterlagen eine zweite Bedeutungsebene, ohne dass Hefter dabei mit dem Zaunpfahl winkt. Genau das macht das Buch erstaunlich zeitgemäß, man liest quasi zwischen den Zeilen eine leise Klimawarnung mit.
Es ist ein Buch mit starken Bildern und einem guten Gespür für die Gegenwart, das mich aber streckenweise mit zu viel Vergangenheit erschlagen hat.
Es gibt einfach sehr, sehr viele Rückblenden in eine traurige, sie stark prägende Vergangenheit, und irgendwann hatte ich das Gefühl, in einer Dauerschleife aus Schwermut zu stecken.
Was mich aber wirklich überzeugt hat: Hefter erzählt hier eigentlich zwei Zerstörungsgeschichten parallel. Einmal die der Natur, einmal die des Kunstbetriebs und keine davon wirkt wie eine platte Metapher für die andere. Dazu kommt Nova, die widerspenstige Nichte des Vermieters, die frischen Wind reinbringt und verhindert, dass sich das Buch komplett in Ionas Kopf verliert. Unter all der Schwere liegt tatsächlich ein trotziger Optimismus als würde das Buch sagen: Auch in einer verwüsteten Landschaft ist noch längst nicht alles vorbei.
Was das Buch außerdem richtig stark macht: die Wettermetaphern. Vor dem Hintergrund Klimawandel bekommen Himmel, Licht und Wetterlagen eine zweite Bedeutungsebene, ohne dass Hefter dabei mit dem Zaunpfahl winkt. Genau das macht das Buch erstaunlich zeitgemäß, man liest quasi zwischen den Zeilen eine leise Klimawarnung mit.
Es ist ein Buch mit starken Bildern und einem guten Gespür für die Gegenwart, das mich aber streckenweise mit zu viel Vergangenheit erschlagen hat.