Am Ende sieht man klarer

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Ein kleiner Nebenzweig der Geschichte gegen Ende des Romans lässt mich klarer sehen. Sie zeigte mir, was der Roman unterschwellig zu erreichen versucht. Darauf werde ich nach der Schilderung des Inhalts des Romans näher eingehen.

Inhalt:

Zwei Schüler, Jannik und Tai, sperren ihren Rektor in seinem hypermodernen Appartement in Berlin-Mitte ein und halten sein Leben in ihren Händen. Es geht um einen Vorfall an ihrer Schule, an dem Tai dem Rektor die Schuld gibt und so entwickelt sich dir Situation immer dramatischer. Mit Rückblicken auf die damaligen Geschehnisse bekommt der Leser langsam ein vollständiges Bild der Lage.
Einfacher wird es nicht gerade dadurch, dass Jannik anscheinend in Tai verliebt ist.

An sich, vordergründig, handelt es sich um eine skurille, spannende und teilweise interessante Abenteuergeschichte.
Die kurze Erzählung auf Seite 331 und 332 ließ mich über noch einmal über diesen Roman nachdenken. Solche aus jedem Zusammenhang gerissenen Verschmähungen und Beleidigungen haben in diesem Roman wahrlich nichts verloren. Und mir kam daraufhin auch die Erkenntnis, dass der Hauptprotagonist Jannik nicht ohne Grund schwul ist, nämlich weil es sein Erfinder, der Debütautor Axel Ranisch, ist.
Diese Umstände wirken so, als ob sie willkürlich in die Geschichte verfrachtet wurden, weil es so gewollt ist, nicht, weil die Geschichte sie nötig hat.

Das Kerngerüst des Romans ist jedoch gelungen und teilweise auch ziemlich spannend. Der Schreibstil des Autors ist nicht unelegant, bedient sich aber sehr oft der Umgangssprache, was irgendwie auch wieder zum Berliner Millieu passt. Oft fand ich die Geschichte auch sehr amüsant, sodass am Ende ein sehr gemischter Einruck zurückbleibt.

Es ist keines der Bücher, die man gelesen haben muss. Wagt man sich dennoch daran, kann man allerdings auch seinen Spaß daran haben.