Entscheidung des Herzens
Manchmal merkt man schon nach wenigen Seiten, dass ein Buch weniger von der großen Handlung lebt als von der Stimmung, die es erzeugt. Genau so ging es mir bei „Nächstes Mal für immer“.
Die Leseprobe fühlt sich an wie ein Spaziergang durch Paris an einem frühen Morgen: ein wenig melancholisch, voller kleiner Beobachtungen und mit dieser besonderen Mischung aus Sehnsucht und Hoffnung. Besonders gefallen hat mir, dass die Stadt nicht nur Kulisse ist, sondern beinahe selbst zu einer Figur wird. Man riecht den Kaffee, hört das Stimmengewirr der Straßen und möchte am liebsten sofort selbst in die nächste Metro steigen.
Mona war mir auf Anhieb sympathisch. Ihre Unsicherheit bei der Ankunft in Paris wirkte authentisch und liebenswert. Gleichzeitig schwebt von Anfang an eine Frage über allem: Was ist damals passiert? Warum kehrt sie zwanzig Jahre später zurück? Und weshalb löst die Begegnung mit Thibauld so viele widersprüchliche Gefühle aus?
Besonders schön fand ich die Dialoge. Sie wirken leicht, oft humorvoll und haben dennoch immer etwas Tiefgründiges zwischen den Zeilen. Vor allem Lou hat mich sofort für sich eingenommen – chaotisch, direkt und herrlich erfrischend.
Die Leseprobe endet genau an dem Punkt, an dem ich am liebsten direkt weiterlesen würde. Für mich verspricht der Roman eine Geschichte über Freundschaft, verpasste Chancen, zweite Möglichkeiten und die Frage, ob manche Orte – oder Menschen – uns ein Leben lang begleiten. Und ganz ehrlich: Nach diesen ersten Kapiteln habe ich große Lust, herauszufinden, ob Paris sein Versprechen diesmal wirklich für immer einlöst.