Total schön!

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wika-chan Avatar

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Lucien Marant erzählt in Nächstes Mal für immer eine klassische Liebesgeschichte, die jedoch durch ihre Zweiteilung in Zeit und Emotion deutlich mehr Tiefe bekommt als ein typischer „Sommer-in-Paris“-Roman.

Im Mittelpunkt steht Mona, deren Leben sich zwischen zwei Zeitebenen entfaltet: 1999 als junge Studentin in Paris und 2019 als Frau, die in diese Stadt zurückkehrt und unvermittelt ihrer Vergangenheit begegnet. Diese Struktur funktioniert gut, weil sie nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt, sondern auch zeigt, wie Erinnerungen, Entscheidungen und Verletzungen über Jahrzehnte nachwirken.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Paris der späten 90er-Jahre. Man spürt dieses Gefühl von Aufbruch, Freiheit und gleichzeitig Unsicherheit, das perfekt zu Monas innerem Zustand passt. Ihre Begegnung mit Thibauld ist dabei bewusst ambivalent gestaltet: Er ist kein idealisierter Romanheld, sondern wirkt zunächst arrogant und schwer greifbar – gerade das macht die Dynamik zwischen den beiden interessant. Die Beziehung entwickelt sich nicht geradlinig, sondern geprägt von Anziehung, Missverständnissen und emotionalen Gegensätzen.

Die zweite Zeitebene in 2019 bringt eine ruhigere, reflektierende Stimmung hinein. Hier geht es weniger um das „Verlieben“, sondern um das Konfrontieren mit dem, was damals war – und der Frage, ob sich alte Muster wiederholen oder ob echte Veränderung möglich ist. Das verleiht der Geschichte eine gewisse Reife, auch wenn einige Entwicklungen vorhersehbar bleiben.

Stilistisch ist der Roman leicht und gut lesbar, teilweise sehr gefühlsbetont, ohne jedoch komplett ins Kitschige abzurutschen. Wer Geschichten im Stil von Emily in Paris mag, findet hier definitiv eine ähnliche Grundstimmung – allerdings mit mehr emotionalem Gewicht und einem stärkeren Fokus auf Vergangenheit und Konsequenzen.