Aufwühlend, direkt und ungefiltert

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bella0070 Avatar

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Lara ist 15 Jahre alt und verletzt sich selbst, daher wird sie für 4 Wochen in eine Kurklinik eingewiesen. Doch kann diese Klinik ihr die Hilfe bieten, die sie wirklich benötigt, und wird sie die Chance auf Veränderung überhaupt ergreifen können?

Schon die ersten Seiten sind sehr aufwühlend. Man ist sofort mitten im Geschehen und kann Laras Wut, Hilflosigkeit und Angst spüren. Die Handlung wird ungefiltert aus Laras Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist jugendlich flapsig. Ich habe das Gefühl, Lara steht neben mir und ich kann ihre Gedanken quasi hören. Nichts wird beschönigt. Der Hintergrund ihres Verhaltens erschließt sich nur langsam.

Lara erscheint sehr authentisch und auch die anderen Jugendlichen, die im Laufe des Buches zunehmend an Profil gewinnen, sind sehr glaubwürdig dargestellt. Ihre Gefühle lassen sich sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte ist einfühlsam geschrieben und besitzt eine eindrucksvolle emotionale Tiefe. Besonders die Freundschaft zwischen Lara, Neo und Finn ist berührend und von großer Wärme geprägt.

Es ist ein Buch, das stellenweise sehr nervenaufreibend sein kann, besonders für Menschen, die bislang noch nicht mit diesem Thema in Berührung gekommen sind. Daher ist die Anmerkung der Autorin zum schwierigen Inhalt zu Beginn des Buches sehr sinnvoll. Positiv hervorzuheben ist auch die Zusammenstellung von Hilfe- und Anlaufstellen am Ende. Gut gefällt mir zudem, dass das Tabuthema der Selbstverletzung offen angesprochen wird.

Auch der Schluss ist gelungen: Er verspricht nicht zu viel, lässt aber dennoch ein kleines Pflänzchen Hoffnung wachsen.

FAZIT: Ein intensives, bewegendes Buch über ein schwieriges Thema. Absolut lesenswert!